Freitag, 10. August 2012

REZENSION: Morgen ohne gestern

Autor:   Regina Nössler
Seiten:  186
Verlag:  Querverlag

 

Kurzinhalt:

Christine Hoffmann erwacht nach einem Unfall im Krankhaus und kann sich nicht mehr an ihr vorhergehendes Leben erinnern. Nicht an ihre Lebensgefährtin, nicht an ihre Eltern, auch nicht an den Unfall selbst. Sogar ihr Name erscheint ihr fremd.
Zwar kann sie sprechen und verstehen und auch alltägliche Handgriffe, wie etwa Kaffeekochen abrufen. Ihre Biografie bleibt aber im Dunkeln.

Die Menschen um sie herum versuchen ihr von der Frau zu erzählen, die sie mal war. Doch Christine gelingt es nicht, sich damit zu identifizieren. Je länger ihre Amnesie dauert, umso weniger ist ihr dieses Leben geheuer, dass sie angeblich gelebt hat.
Oder lügen alle?

Meine Meinung:

Die Vorstellung, sein komplettes Leben zu vergessen, erscheint mir persönlich mehr als gruselig. Es ist seltsam, dass innerhalb des Buches immer wieder Menschen zu Christine sagen, sie beneiden sie in gewisser Weise um dieses Vergessen. Bedeutet dieses doch in gewisser Weise auch die Chance auf einen Neuanfang.

Tatsächlich macht die Autorin aber auch deutlich, wie abhängig man ohne Gedächtnis wird. Wie sehr man sich auf andere verlassen muss. Vertrauensvoll wie ein Kind.

Doch Christine ist erwachsen und so beginnt sie bald an den Menschen um sich herum zu zweifeln. Es macht die Spannung dieses Buches aus, dass man sich als Leser automatisch mitfragt, wer hier die Wahrheit sagt oder wer Grund haben könnte, diese zu verändern. Und gleichzeitig dankbar dafür ist, jeden Morgen selbst noch zu wissen, wer man ist.

Nach 186 Seiten war das Buch für mich viel zu schnell zu Ende.

Fazit:

Interessantes Thema, das ruhig noch weiter hätte ausgebaut werden können.



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