Sonntag, 17. Februar 2013

REZENSION: Viva Mona

Autorin:    Elise D'Haene
Verlag:      Orlanda Frauenverlag
Seiten:      238

Leseprobe: klick hier


 

Kurzinhalt:
Die lesbische Maria wurde gerade von ihrer Freundin Cup verlassen - und damit scheinbar auch von ihrer Vagina, die sie liebevoll Mona nennt. Nichtmal Selbstbefriedigung "befriedigt" sie mehr.
Zwar versucht Maria, körperliche Nähe bei anderen Frauen zu finden, muss aber feststellen, dass wirkliche Nähe noch etwas anderes braucht.
Maria macht sich auf die Suche - und reist gedanklich nochmal durch ihr gesamtes Leben.

Meine Meinung:
Das Buch läuft in 2 Handlungssträngen: Einmal rückblickend auf die Entwicklung von Maria von Kindheit an, ihre ersten Erfahrungen mit Frauen, das Outing als Lesbe usw.
Der zweite Handlungsstrang spielt in der Gegenwart, in der Maria Cup nachtrauert.

Während der erste Handlungsstrang auf den zweiten zusteuert, wird das Buch immer dichter (und leider auch trauriger) und läuft unweigerlich auf die Trennung von Cup und Maria hinaus - und damit auch auf den Grund, warum Cup Maria verlassen hat.
Lange ist nicht klar, was zwischen den beiden passiert ist.


Die Autorin schafft nur bis zum zweiten Drittel des Buches den unglaublichen Spagat zwischen skuril-komischen Szenen, einer selten so gelesenen sexuellen Offenheit und der Dramatik, die Homosexualität mit sich bringen kann (hier in den 80er Jahren - Stichwort: HIV).

So charmant das Buch geschrieben ist, letztlich ist es (und wird es) vor allem ein Buch der Abschiede: Marias Eltern sind nicht mehr dieselben, seit ihr Bruder Joseph starb, der Aids-Tod wütet unter den schwulen Freunden von Maria und sie trauert ihrer Freundin Cup hinterher und damit gleichzeitig ihrer fehlenden Sexualität (und Vagina).

Es ist niedlich (und zugegebenermaßen etwas skuril), wie sie sich in immer unterschiedlichen Bildern vorstellt, wie ihre Vagina etwa im Altersheim lebt oder auf einem Motrrad durchs Land fährt.
Und gleichzeitig fragt man sich, wie Maria es schafft, ihren Humor zu behalten, da um sie herum doch alles zusammenzubrechen scheint.

Tatsächlich kippt die Stimmung des Buches auch im letzten Drittel und wird immer trauriger. Als wäre die Autorin sich nicht mehr sicher gewesen, ob sie hier die Geschichte einer selbstbewussten Lesbe schreibt oder auch ein Signal hinsichtlich der grausamen Auswirkungen ungeschützten homosexuellen Sex setzen will.


Fazit:
Vor allem in den ersten zwei Dritteln ein wunderbares Buch, toll geschrieben, mit einem ganz eigenen Humor und doch voller Tiefe. Leider verliert die Autorin zum Schluss hin etwas den Faden....


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