Montag, 6. Januar 2014

REZENSION: Die Tribute von Panem (Hörbuch)

So, nachdem ich (leider) eine schlaflose Nacht hinter mir habe, kann ich dennoch auf die Art nun dafür den Anfang machen und das erste Hörbuch für die Challenge rezensieren:

Titel:                  Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele
Autorin:               Suzanne Collins
Länge:               6 CDs, 381 min. (gekürzte Fassung)
Sprecherin:        Maria Koschny


Kurzinhalt:
Nordamerika in einer fernen Zukunft. Der Kontinent ist nach vielen Krigen und Naturkatastrophen in 12 Distrikte unterteilt, in der die meisten Menschen in Armut leben, mit harter Hand vom Kapitol unterdrückt.

Um die Bewohner von Panem weiter zu unterjochen, richtet das Kapitol jedes Jahr die so genannten "Hungerspiele" aus. Jeweils zwei Tribute, ein Junge und ein Mädchen, aus jedem der Distrikte werden ausgelost und müssen gegeneinander an einem für sie unbekannten Ort bis zum Tod kämpfen.
Ihr Kampf ums Überleben wird für die anderen Bewohner auf großen Leinwänden übertragen und kann durch Spenden o.ä. beeinflusst werden..

Als die kleine Schwester von Katness diesmal aus dem Lostopf gezogen wird, meldet sich Katness freiwillig, um die 12jährige zu schützen. Zusammen mit Peeta wird Katness in einen Wald voller Gefahren geworfen und muss irgendwie überleben.


Meine Meinung:
Ich habe das Buch nicht gelesen, sondern den Film gesehen. Und war auf ein morbide Art unglaublich gefesselt, so dass ich sofort das Hörbuch hören musste.

Diese Zukunftsvorstellung, die Suzanne Collins hier malt, ist mehr als grausam und hat mich sehr lange beschäftigt. Allein die Bilder der Toten, die Nacht für Nacht an den Himmel projiziiert werden und letztlich ja noch Kinder sind, lässt einen frierend zurück.

Dass es sich bei der Panem-Reihe insofern eigentlich um ein Jugendbuch handelt, erscheint diskutabel.

Vor allem die Einflüsse, die das Kapitol auf das Geschehen nimmt, wenn ihnen dieses zu "langweilig" erscheint, macht deutlich, wie sehr diese Menschen in dieser düsteren Zukunft doch einfach nur Spielball sind und der Unterhaltung dienen - obwohl es de facto ums nackte Überleben geht.


Zu welchen Grausamkeiten sich andersherum die Teilnehmer hinreißen lassen, um letztlich die Spiele zu gewinnen, wirft weitere philosophische Fragen auf.

Denkt man zudem an unsere heutigen voyoristischen TV-Formate wie Dschungel-Camp oder Big Brother, erscheint diese Zukunftsperspektive fast nicht zu weit weg und deswegen nicht weniger erschreckend.

Zur gekürzten Hörbuch-Fassung lässt sich sagen, dass ich niemals das Gefühl hatte, dass irgendetwas Inhaltliches fehlt oder sich Verständnislücken auftun, wie dies oft bei anderen Hörbüchern der Fall ist.
Hier ist der Verlag behutsam und einfühlsam vorgegangen.

Die Sprecherin, Maria Koschny, wurde 2012 für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert (hier mit dem zweiten Teil "Gefährliche Liebe"). Sie hat eine ruhige und gleichzeitige harte Art zu lesen, dass man ihr die "Ich"-Perspektive der Katness sofort abnimmt.



Fazit:
Wirft viele philosophische Fragen auf, unglaublich spannend und auf eine morbide Art faszinierend und wirklich gut gelesen.Werde mich sofort an den zweiten Teil: Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe machen.



Kommentare:

  1. Ich kann ihnen die drei Hörbuchteile bedingungslos weiterempfehlen!
    Allerdings sollte man den dritten Teil mit etwas mentalen Vorbereitung angehen ;-)

    Liebe Grüße
    Patrick von http://hoerbuch-empfehlung.org/

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  2. @ Patrick

    Bin schon ganz gespannt.... :o))

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  3. und die Filme (falls nicht schon gesehen) erst danach ansehen! Dann wird einiges viel klarer! ;-)

    PS: Ich glaube ich habe im Moment eine ganz schön lange Leitung *auf das Datum des letzten Kommentars schmule*

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  4. @ Patrick

    Den ersten Teil habe ich schon gesehen, beim zweiten war ich leider nicht schnell genug, der läuft nicht mehr im Kino bei uns.

    Was meinst Du mit "einiges klarer"???

    LG,
    JED

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  5. Es gibt so einige Dinge, die in den Filmen nicht ganz klar werden und später ein paar Fragen aufwerfen. z.B. wird im ersten Buchteil ja schon erklärt das es 13 Distrikte gab und das der 13 vom Kapitol zerstört wurde.. Im Film wird das gar nicht angesprochen und plötzlich befinden sie sich im zweiten Teil in Distrikt 13 (allerdings erfährt man das auch im zweiten Film nicht). Es wird auch nicht aufgelöst warum er zerstört wurde oder für welchen Ressourcenbereich sie zuständig waren, aber vielleicht packen sie das ja auch alles in den letzten Teil ;-)

    Gibt auch noch eine Menge andere Details die nicht weiter erläutert werden, aber die fallen mir spontan nicht ein :-)

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