Samstag, 10. Januar 2015

REZENSION: Bob und wie er die Welt sieht

Autor: James Bowen
Titel: Bob und wie er die Welt sieht: Neue Abenteuer mit dem Streuner
Seiten: 248
Verlag: Bastei Lübbe


 Kurzinhalt:

Kater Bob lebt nun bereits seit über 2 Jahren bei James und dessen Leben verändert sich weiterhin durch den kleinen Kater.
Auch wenn dies oft zu Neid und Missgunst in seinem Umfeld führt.



Meine Meinung:

Bastei Lübbe ist ja für seine Schicksalreihen von Menschen bekannt, deren Leben sich durch wie auch immer geartete Umstände oft massiv verändert hat.

In gewisser Weise kann man die Bücher um Bob dort auch mit einstufen.
Im ersten Band der Reihe "Bob, der Streuner: Die Katze, die mein Leben veränderte" findet der ehemalige Obdachlose (und jetzt Straßenmusiker) James Kater Bob eines Tages in seinem Haus. Da er sich auch nicht vertreiben lässt, nimmt James ihn zunächst vorübergehend zu sich auf.

Doch Katzen suchen sich bekanntlich ihren Menschen aus und so bleibt Bob bei James, auch wenn er anfangs massive Probelem hat die Katzentoilette zu nutzen und dafür lieber auf den Hof geht, dort weiter gern die Mülltonnen ausräumt und auch sonst in seinem Herzen ein Straßenkater bleibt.

So begleitet er James schließlich zu seinen Auftritten als Straßenmusiker, der mit dem Kater an seiner Seite dadurch eine ganz andere Aufmerksamkeit bezieht.

Genau das ist es, was mich an dieser ersten Geschichte massiv erschüttert hat. So wunderbar die Freundschaft der beiden ist, warum wird ein (Straßen)mensch erst wahrgenommen, wenn er eine Katze neben sich hat? Bob wird von alten Damen bestrickt (er besitzt eine ganze Kollektion eigener Schals), bekommt Geschenke und Wasser, wenn es zu heiß ist.

Die Menschen bleiben stehen, um sich mit James über Bob zu unterhalten. Hätten sie sonst das Wort an ihn gerichtet? Das sagt viel über unsere Gesellschaft aus.

Tatsächlich durchläuft James durch Bob eine Veränderung, da er mit ihm nun zum ersten Mal soetwas Verantwortung fühlt. Nach seiner langen Zeit als Drogenabhängiger auf der Straße wird ihm nun bewusst, dass er sein Leben ändern muss, wenn er für Bob sorgen will.

Dass ihm dies gelungen ist, wird daraus deutlich, dass mittlerweile 3 Bücher über ihn und Bob erschienen ist.

In diesem zweiten Buch "Bob und wie er die Welt sieht: Neue Abenteuer mit dem Streuner" beschreibt James, wie es zu dem ersten Buch kam, aber auch weitere Aspekte aus einem neuen Leben mit Bob.

Die Kapitel lesen sich vergnüglich, zumal Bob ziemlich vermenschlicht wirkt, wenn er mit seiner Schalkollektion fotografiert wird oder James regelrecht zu wissen scheint, was in seinem "Rotpelzchen" so vorgeht.

Umgekehrt scheint dies auch oft der Fall. Besondern mochte ich die Kapitel über "Dr. Bob", in denen der Kater sein Herrchen regelrecht zu heilen versucht.

 

Fazit:

Da scheinen sich zwei Seelenverwandte gefunden zu haben, das schimmert immer wieder durch und macht sicher mit einen Reiz der Bücher aus. Dennoch sollte man sie auch kritisch lesen und die Situation der Menschen auf der Straße ohne Kater hinterfragen.




Kommentare:

  1. Damit hast du vollkommen recht - es ist wirklich traurig, dass Straßenmusiker sonst oft völlig übersehen werden. Aber kam die Aufmerksamkeit der Menschen (und auch die Geschenke) nicht eher durch die Bekanntheit, die mit den Büchern einherging und weniger durch Bob alleine? Wenn James Bowen nicht über Bob geschrieben hätte, wäre er vielleicht weiterhin nicht beachtet worden (trotz Katze an seiner Seite).
    Oder bezieht sich das zweite Buch noch auf die Zeit, bevor er das erste Buch veröffentlicht hat?

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  2. @ Neyasha

    Nein, es war leider so, dass die Leute wegen Bob stehen blieben und irgendwann eben auch Journalisten. So entstand das Buch. Nicht umgekehrt.

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