Donnerstag, 7. Januar 2016

REZENSION: Eisige Schwestern

Dank Skoobe habe ich bereits ein Buch in diesem Jahr beendet. Yipieeh! Wobei ich mir nicht sicher bin, ob mich mehr diese neue Art zu lesen gefesselt hat oder tatsächlich die Geschichte.

Titel: Eisige Schwestern: Psychothriller
Autor: S.K.Tremayne
Seiten: 400
Verlag: KNAUR
(gelesen über SKOOBE)

Kurzinhalt (Verlagstext):
Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt.
Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert.

Meine Meinung:
Den Klappentext fand ich toll, Zwillinge sind ohnehin immer ein interessantes Thema. Auch das Cover mit dem Leuchtturm und den beiden gleichen Mädchen, von der eine durchscheinend ist, hat mich angesprochen.

Die Geschichte hat mich zunächst auch gefesselt, auch wenn ich immer wieder über die etwas hoprigen Dialoge gestolpert bin. Ich weiß nicht, ob hier zum Teil Übersetzungsfehler vorliegen, aber mehrfach hatte ich das Gefühl, dass die Figuren irgendwie permanent aneinander vorbei reden bzw. sich nicht verstehen.

Aber vielleicht ist das ohnehin auch eines der Hauptmotive des Buches. Tatsächlich würde einiges schneller voran gehen bzw. sich ändern, wenn die Menschen mal wirklich miteinander reden würden.

Aber der Vater (Angus) grummelt permanent vor sich hin, säuft und entwickelt einen unglaublichen Hass auf seine Frau, wobei man sich fast bis zum Schluss fragt, wieso.

Die Mutter (Sarah) ist entsprechend auch unzufrieden, während aber immer wieder betont wird, wie attraktiv sie ihren Mann noch findet und gern Sex mit ihm hätte. Aha.

Und das Kind (Kirstie oder Lydia?) brabbelt ohnehin permanent wirres Zeug vor sich hin, so dass ich sie schon nach mehreren Seiten am liebsten zum Psychologen geschickt hätte, was aber nie passiert.

So schmort also jeder in seinem Saft und denkt sich seinen Teil. Wobei man mal aus der Perspektive von Sarah (ICH), mal aus der von Angus (ER) liest und trotzdem nicht klüger wird.

Könnte man noch als gestörte Familienstruktur auslegen.

Wirklich an den Haaren herbeigezogen ist aber die Behauptung, wonach die Eltern ihre Zwilllinge nicht auseinanderhalten könnten (mit denen sie seit immerhin 6 Jahren unter einem Dach leben) - und auf der eigentlich das ganze obige Problem fußen soll.

Wieb bitte??
Und DESWEGEN wissen sie nicht, welcher Zwilling tatsächlich gestorben ist?

Ich habe wirklich schon einige Zwillingspaare kennengelernt und wenn sie nicht gerade Babys sind, gibt es IMMER ein Unterscheidungsmerkmal.
Hallo, das sind ihre Eltern?!

So zieht sich das Ganze irgendwann hin wie Kaugummi und man fragt sich die ganze Zeit, wohin das noch führen soll und hofft nur, zu einem befriedigenden Ausgang (leider nicht). Zuviel bleibt ungeklärt.

Es bleibt die Frage, ob es sich hierbei wirklich um einen Thriller handelt, zu sehr erinnert das Ganze eher an eine Familienstudie.

Fazit:
Eigentlich tolle Grundidee, bei der man einiges über Zwillingspaare erfährt. Die sich aber irgendwann endlos zieht und einen eher ralos zurücklässt.

Kommentare:

  1. Zu diesem Buch sind mir mittlerweile schon einige nicht sehr begeisterte Rezensionen untergekommen. Schade, da der Klappentext eigentlicht interessant klingt. Aber dass die Eltern ihre sechsjährigen Zwillinge nicht auseinanderhalten können, finde ich auch völlig absurd - schon alleine dadurch scheint der Plot auf recht wackligen Füßen zu stehen.

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    1. @ Neyasha

      Tja, ging mir ähnlich. Schöne Idee, aber sonst.... Musst Du nicht lesen.

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  2. Ich muss ja gestehen, dass ich bei Zwillingsgeschichten - im Gegensatz zu dir - eh von Grund auf skeptisch bin. Gerade bei Krimis oder Thrillern erwarte ich immer das Schlimmste und rühre die Titel nicht an. Hier scheint meine grundsätzliche Skepsis sogar angebracht gewesen. Schön, dass du die Geschichte getestet hast. :D

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    1. @ Winterkatze

      Woher rührt denn die grundsätzliche Skepsis gegenüber Zwillingsgeschichten bei Dir? Ich hoffe ja, dass die nicht alle auf solch wackligen Füßen stehen, wie der Plot oben.

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    2. Ich habe einfach zu viele schlechte Zwillingsgeschichten gelesen. Manche stehen auf wackeligen Füßen wie dein Beispiel oder der Krimi, bei dem am Ende Zwilling A von von Zwilling B getötet wurde, damit Zwilling B in die Rolle von A schlüpfen konnte. Und obwohl sie komplett unterschiedlich vom Charakter waren und A und B sich nur einmal getroffen hatten, konnte B alle Freunde und Bekannte davon überzeugen, dass er A ist - und sogar mit der Frau von A schlafen, ohne dass diese was gemerkt hat. Sowas nervt mich ungemein.

      Dann gibt es noch die Krimis, bei denen ein Zwilling den anderen für ein Alibi nutzt - mal mit Wissen des zweiten Zwillings, mal ohne. Was in meinen Augen ein superbilliger Trick ist, um sich um eine anständige Plotkonstruktion zu drücken.

      Und zuletzt noch die Geschichten, in denen jemand nicht weiß, dass er ein Zwilling ist, ständig von irgendwelche Gewalttaten träumt und fürchtet, dass er verrückt wird, und am Ende sich herausstellt, dass er einen bösen Zwilling hat, dessen Taten er durch eine übersinnliche Zwillingsverbindung quasi miterlebt hat. *gähn*

      Ich finde Studien über Zwillinge interessant, gerade die Studien über Zwillinge, die getrennt aufgewachsen sind - auch weil es in meiner Familie einige eineigie Zwillinge gab -, aber jeglicher Thriller- oder Krimiplot in die Richtung schreckt mich ab.

      Einigermaßen akzeptabel finde ich noch die Bücher, bei denen sich sehr nahe stehende Zwillinge nach Absprache die Rollen tauschen und in denen es sich nicht um Kriminalgeschichten handelt. Denn da ist es oft so, dass diejenigen Menschen in der Umgebung, die die Zwillinge kennen, Verdacht schöpfen - ob sie ihn nun äußern oder nicht, ist dann wieder etwas anderes.

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    3. Mir sind auch schon einige schlechte Zwillingsgeschichten untergekommen, bei denen das einem billigen Trick nahekam. Dafür kenn ich aber auch einen Film, in dem das genial umgesetzt ist - ich kann nur leider nicht sagen, welcher, weil ich sonst die Pointe vorwegnehme. ;-)

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  3. *lach* Das liest sich wirklich fast so wie meine Rezension zu dem Hörbuch. Nur lustiger. Ich fand es ähnlich furchtbar wie du, zu mehr als 2 Sternen konnte ich mich da nicht durchringen.

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