Dienstag, 30. August 2016

REZENSION: Fettnäpfchenführer Vietnam


Titel: Fettnäpfchenführer Vietnam
Autor: Anemie Wick u.a.

Verlag: Conbook Medien
Seiten: 272 Seiten

Zurück aus dem Urlaub mit dem "Fettnäpfchenführer Vietnam" im Gepäck - und jeder weiß, wo ich die letzten 3 Wochen war! *lach*

Ich danke Euch jedenfalls für all Eure guten Wünsche, die letzten Wochen haben mir unglaublich gut getan, meinen Kopf frei zu pusten und Abstand zu bekommen von all den schrecklichen Dingen, die ich in der Zeit davor erlebt habe.

Tatsächlich nenne ich momentan sogar eine gewisse buddhistische Gelassenheit mein Eigen - mal sehen, wie lange die anhält.

Das Bild auf dem Cover des Buches ist jedenfalls passend, denn die Moped-Fahrer dominieren das Straßenbild - egal, wo man sich in Vietnam aufhält. Kaum aus dem Flughafen raus, ist man mittendrin in dem Gewimmel und Gehupe und das bleibt auch so, bis man das Land wieder verlässt. (Sofern man nicht vorher von einem der Dinger überfahren wird, aber gute Tipps, um über die Straße zu kommen, die keine Verkehrsregeln zu kennen scheint, enthält das Buch auch.)

Dass die Fahrer dabei bei größter Hitze lange Sachen anhaben und - wie auf dem Foto - oft noch ihr Gesicht verhüllen, wikt mehr als wunderlich und hat so manche Theorie in uns hervorgerufen. Und wird in dem Buch wunderbar erklärt (Sonnenschutz).

Auch viele andere Dinge, die uns begegnet sind und oft Fragezeichen über dem Kopf produzierten, werden mittels eine kurzen einführenden Situation, wie sie einem wirklich passieren kann, durchgespielt und dann mit viel interessantem Hintergrundwissen erklärt.

In der Kurzbeschreibung des Verlages klingt das so:
Wissen Sie, wieso man in Vietnam Geld verbrennt? Weshalb Sie hier geradeheraus auf Ihre Körperfülle angesprochen werden, ansonsten jedoch meist um den heißen Brei herumgeredet wird? Warum Sie keiner versteht, wenn Sie versuchen, Vietnamesisch zu sprechen, es aber sehr gut sein kann, dass der Taxifahrer plötzlich auf Deutsch antwortet? Wissen Sie, warum selbst in der Oper Mobiltelefone klingeln? Wie Blutpudding schmeckt und wie "mam tom" riecht? Und wie es Ihnen gelingt, durch den vietnamesischen Verkehr hindurch lebend auf die andere Straßenseite zu kommen?

In diesem Buch begleiten Sie Nina, die in Hanoi für eine deutsche Entwicklungsorganisation arbeitet, und Florian, der Vietnam als Tourist besucht, durch das Labyrinth des vietnamesischen (Großstadt-)Dschungels. Dabei führen wir Sie vorbei an den häufigsten Fettnäpfchen, Irrtümern und Missverständnissen und entdecken bemerkenswerte Besonderheiten.


Fazit:
Tatsächlich ist das Ganze weniger ein Fettnäpfchenführer, als eine große Hilfe bei all den Dingen, die doch so ganz "anders" sind bei uns und nicht unbedingt immer selbsterklärend. Das Buch hilft, die vietnamesische Bevölkerung und ihre oft sehr speziellen Eigenheiten zu verstehen und gibt insofern einen sehr viel tieferen kulturellen Einblick, als jeder Reiseführer das vermag.
(Auch wenn das diesbezüglich gestellten Situationen manchmal etwas blöd wirken, aber tatsächlich können einem solche Dinge in Vietnam wohl passieren.)



So, und wenn ich endlich eine neue Maus für meinen PC gekauft habe (meine alte macht mich gerade wahnsinning, da sie nicht mehr wirklich "zielgenau" ist und man oft mehrere Minuten braucht, um das zu erreichen, was man eigentlich auf dem Bildschirm tun will *nerv*), kann es hier bald weitergehen! Denn ich habe auch viele tolle Hörbücher gehört.


Ich hoffe, Ihr hattet und habt eine schöne Zeit!



Kommentare:

  1. Schön, dass dir der Urlaub so gut getan hat. Ich drücke die Daumen, dass du die buddhistische Gelassenheit noch eine lange Zeit beibehalten kannst. :)

    Vietnam klingt nach einem spannenden Ziel - und nun hätte ich gern die Antworten auf all die Fragen im Klappentext! ;)

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    1. @ Winterkatze

      Also ein paar kann ich Dir beantworten:
      Geld wird als Opfer für die Ahnen verbrannt (wobei man dafür extra Geldscheine "kaufen" kann). - Fand ich sehr befremdlich, bis ich das gelesen habe.


      Dass man auf seine Körperfülle angesprochen wird, sehen Vietnamesen als besondere Nähe zu dem Angesprochenen (man mag ihn so sehr, dass man jedes kleine Gramm bemerkt). - so sehr mochte uns niemand, dass uns das passiert ist *lach*

      Vietnamesisch hat viel mit Singsang zu tun, weniger mit Aussprache. Dafür gibt es viele Vietnamesen, die früher in Deutschland (vor allem der DDR) gelebt haben und insofern noch Deutsch können. - Wir haben auch 2 getroffen.

      Und durch den Verkehr kommt man am besten, indem man sich hinter einen Einheimischen klingt und viel Gottvertrauen hat! Das braucht man!

      Ich hoffe, ich konnte Deine Neugier etwas befriedigen.

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    2. Das mit dem Geld wusste ich und zum Thema Singsang habe ich vor kurzem einen Artikel gelesen, in dem eine Studie wiedergegeben wurde, dass asiatische Babys anders weinen als europäische Babys, weil schon in dem Alter die Unterschiede in der Sprache zum Ausdruck kommen. Aber das mit der Körperfülle finde ich sehr spannend, während ich bezweifel, dass ich genügend Gottvertrauen für den Verkehr aufbringen würde. ;) Danke für die Beantwortung meiner Fragen! :)

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    3. @ Winterkatze

      Ich habe auch dem einen oder anderen lieber tief in die Augen gesehen, während wir über die Straße gingen, was nicht immer einfach war, da oft parallel zum Mopedfahren noch SMS gescheckt wurden - da half oft nur ein beherzter Sprung zur Seite. Der Verkehr ist da echt ein Thema für sich.
      Wer hat die lauteste Hupe? - und fertig ist der Lack...

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