Donnerstag, 17. November 2016

REZENSION: Eine Handvoll Heldinnen (Hörbuch)

Titel: Eine Hndvoll Heldinnen
Autorin: Hera Lind
Länge: 3 CDs, 242min.
Sprecherin: Doris Wolters


Kurzinhalt (Verlagstext):

Katja lebt nur für Mann, Tochter, Hund und Haushalt - und keiner dankt es ihr. Vor allem Göttergatte Albert lässt sich wie selbstverständlich von seiner Frau bedienen.
Dass es so nicht weitergehen kann, bekommt Katja ausgerechnet im Urlaub von der originellen Nachtclubbesitzerin Erna gesagt. Zurück in der Heimat hat sie aber erstmal andere Sorgen: Tochter Juli hat das Abitur nicht bestanden. Doch das ist nur der Anfang... Weitere kleine und große Katastrophen folgen, die Katja auf ganz neue Wege und schließlich bis auf den Jakobsweg führen. Dabei stehen ihr immer wieder starke Frauen zur Seite - jede mit ganz eigenem Schicksal, jede eine Heldin.


Meine Meinung:

Wieder eine Frau mit beklopptem Gatten (siehe meine letzte Hera-Lind-Rezi). Nur ist diesmal zunächst nicht der nächste Mann zum Absprung da, sondern diverse andere Frauen mit verschiedenen Schicksalen, die der Protagonistin eine neue Sicht auf die Welt verleihen.

Das wäre ja mal was anderes gewesen und ist zum Teil ganz witzig - bis zu dem Punkt, an dem Katja sich auch noch auf den Jakobsweg begeben muss.
Das wirkt so irre gewollt, als wäre der Autorin an dieser Stelle nichts mehr eingefallen und Jakobsweg verkauft sich ja spätestens seit Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" immer gut.

Nur ist der Grund für den Jakobsweg hier nicht etwa innere Einkehr, sondern die Tatsache, dass der Freund von Tochter Juli sich dahin geflüchtet hat und ebendiese samt ihrer Mutter ihm dann mal eben nachfliegen, um ihn zu finden.

Für mich keine wirkliche Schlussfolgerung. Immerhin endet der Jakobsweg für alle Pilger bekanntermaßen ja in Santiago de Compostela - und sucht frau dann nicht eher am Endpunkt, als sinnlos durch die Landschaft zu irren? Dazu noch mit Kinderwagen?

Aber das nur am Rande. Bekommt man jedenfalls auf manche "Pilger" gleich einen anderen Blick. Offenbar suchen die manchmal auch JEMANDEN und nicht SICH SELBST.

Insofern fand ich spätestens den 2. Teil des Hörbuches ziemlich doof und unpassend, nach einem ganz witzigen Start.
Zumal der Mann als solcher dann doch wieder im Mittelpunkt und die "Heldinnen" offenbar doch nicht ohne können.

Fazit:

Warum muss neuerdings in so viele Bücher/Hörbücher der Jakobsweg gepackt werden? Hera Lind ist damit nach einem guten Start eher vom Weg abgekommen.


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