Freitag, 24. Februar 2017

REZENSION: In einem tiefen, dunklen Wald... (Hörspiel)

Titel: In einem tiefen, dunklen Wald...
Autor: Paul Maar
Länge: 1 CD, 52 min.
Sprecher:  Kathrin Angerer (Henriette-Rosalinde-Audora),
Oliver Baierl (Bartholomäus), Rufus Beck (Untier/Prinz),
Ingo Biermann (Barto), Peter Fricke (König von Lützelburgen), Hubertus Gertzen (Bote/Koch), Donata Höffer (Königin von Lützelburgen), Torben Kessler (Lützel), Walter Renneisen (Erzähler)





Kurzinhalt (Verlagstext):

Weil ihr keiner der Bewerber, die um ihre Hand anhielten, gefiel - sie war nämlich nicht nur ziemlich schön, sondern auch ziemlich hochmütig -, kam Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora auf die ungewöhnliche Idee, sich von einem Untier entführen zu lassen. Wenn der König dann ausrufen ließ, dass derjenige, der seine Tochter befreite, sie zur Frau und das halbe Königreich dazu erhalten sollte, würden die mutigsten und schönsten Prinzen von weither kommen. Aber das Untier - vermutlich ein Vegetarier - war überhaupt nicht an der Prinzessin interessiert, sondern nur an den leckeren Pralinen, die sie bei sich hatte. Henriette-Rosalinde-Audora musste sich also mehr oder weniger selbst entführen, wenn ihr Vorhaben gelingen sollte. Und auch sonst lief nicht alles nach Plan.


Meine Meinung:

Ich habe die Geschichte vor einigen Jahren im Theater gesehen und konnte mich erinnern, dass ich mich damals schon schwer amüsiert hatte.

Zur Auffrischung habe ich mir jetzt das Hörspiel besorgt und saß wieder die ganze Zeit schmunzelnd im Auto: Diese Geschichte spielt mit so ziemlich jedem Märchenklischee, was man kennt und zeigt dabei auch zwei ganz neue Prinzessinnen-Figuren:

Einmal Henriette-Rosalinde-Audora (schon der Name!), die sehr klar Vorstellungen davon hat, wie sie von einem Untier entführt werden und dann von einem schönen Prinzen befreit werden möchte.
Entsprechend wird alles durchgeplant (Untier muss Vegetarier sein usw.). Und auch ansonsten hat sie das arme Untier echt im Griff. Mir hat es jedenfalls ziemlich leid getan und das ist eine ziemliche Umkehrung vom üblichen Gut-Böse-Schema von Märchen.

Dann gibt es da noch Simplinella (Nomen est omen!), die so eine ganz andere Prinzessin ist und mal eben beschließt Henriette-Rosalinde-Audora zu retten, wenn ihre Brüder das schon nicht gebacken bekommen. Dabei hat ihr Vater sie eigentlich für was ganz andres erzogen.


Auch zum Ende hin, wird es nochmal zu schön, und auch wenn ich nicht gerne spoilere, so mögt ihr mir doch dieses Zitat verzeihen, was eigentlich jedes Märchen auf den Kopf stellt, was es gibt:

Die Prinzessin: „Ich eure Frau werden? Wie kommt ihr auf diesen Gedanken?“ 
Prinz: „Nun es ist doch üblich das das der Erlöste die Frau heiratet, die ihn erlöst hat. Lest ihr denn keine Bücher?“ 
Die Prinzessin: „ Doch schon, aber wir kennen uns doch gar nicht.“ 


Fazit:

Unglaublich lustiges, so ganz anderes Märchen, was einige Rollenklischees auf den Kopf stellt - nicht nur für Kinder.



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