Donnerstag, 16. März 2017

REZENSION: Der Blaubeersommer (Hörbuch)

Titel: Der Blaubeersommer
Autorin: Polly Horvath
Länge: 4 CDs, 320 min.
Sprecher: Friedhelm Ptok


Kurzinhalt (Verlagstext): 

Die schüchterne Ratsche soll zum ersten Mal allein in die Ferien fahren. Aber muss es gleich zu zwei exzentrischen uralten Tanten sein, die in einem einsamen Haus in der Wildnis leben, nur umgeben von Blaubeeren und wilden Bären? Nicht einmal der Postbote scheint den Weg dorthin zu finden, und ein funktionierendes Telefon gibt es auch nicht …
Mit ihrem wunderbaren Sinn für Humor und exzentrische Charaktere hat Polly Horvath eine warmherzige, geistreiche und ungeheuer komische Geschichte geschrieben.
Von Friedhelm Ptok meisterhaft interpretiert, ein ebenso tiefgründiges wie kurzweiliges Hörvergnügen.


Meine Meinung:

Am Anfang habe ich gedacht: Was soll das denn bitte sein? Wo soll das alles hinführen?

Ratsche (so genannt nach einem Werkzeug!) wird zu ihren ihr unbekannten Tanten verfrachtet und hört dort zunächst einmal Geschichten darüber, wie deren Mutter sich selbst (!) geköpft hat. Da habe ich aber nicht das erste Mal geschluckt.
Nachdem ich bereits von Ratsches eigener Geburt gehört hatte, bei der die Gebärende mit Plazenta (!) geworfen hat.

Ihr merkt es schon an all meinen Ausrufezeichen: Das soll ein Kinderhörbuch sein?
Diese Frage kann ich definitiv nicht abschließend beantworten. Vieles ist ziemlich eklig, hochphilosophisch oder einfach nur verschroben.

Beantworten kann ich aber nach mittlerweile 4 CDs mit Ratsche und all den wunderlichen Menschen, auf die sie trifft, dass dieses Hörbuch vor allem in eine Richtung führt: in den Wald hinein, zu dem kleinen Haus mit den Bären und Beeren rundherum, zu einer gewissen Ruhe, die sich irgendwann über einen legt.

Ja, hier gibt es keine großen Geschehnisse mit unglaublicher Spannung oder atemraubenden Ereignissen. Hier gibt es den Blick auf das Kleine: Mädchen, die im Garten graben, Beeren, die im Haus vor sich hin schimmeln und zwei alten Tanten, die ein Telefon haben, mit dem man nicht mal hinaustelefonieren kann.

Es ist ein Sommer, wie in der eigenen Kindheit, in der die Tage noch lang und heiß waren und man sich um nichts Gedanken machen musste.

Man gewinnt sie lieb, diese merkwürdigen Charaktere, und lässt sich ein auf diesen ziemlich schrägen Haushalt, zu dem noch weitere Personen hinzukommen werden.
Und stellt irgendwann fest: Man mag sie.
Ist gern zu Gast.


Fazit:

Ein wirklich erstaunliches Hörbuch, das meine ersten Vorurteile völlig ins Gegenteil verkehrt hat. Muss ich definitiv noch einmal hören.
Ist aber wirklich nichts für Kinder.
Oder?


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