Sonntag, 5. März 2017

REZENSION: Das Mädchen im Dunkeln

Titel: Das Mädchen im Dunkeln
Autorin: Jenny Blackhurst
Seiten: 432
Verlag: Bastei Lübbe

Kurzinhalt: (Verlagstext):

SEINE FREUNDE SOLLTE MAN SICH GUT AUSSUCHEN - SEINE FEINDE NOCH BESSER -

Als Karen Brown ihre neue Patientin zum ersten Mal sieht, hält sie Jessica für einen psychologischen Routinefall: eine gelangweilte Frau, die ihren tristen Alltag mit einer heimlichen Affäre aufpeppt. Doch schon nach ihrem ersten Gespräch hat Karen das Gefühl, dass Jessica geradezu besessen ist von der Ehefrau ihres Liebhabers. Als wenig später die Leiche jener Frau gefunden wird, steht die Polizei vor Karens Tür. Sie gilt als dringend mordverdächtig. Karen ahnt, dass Jessica sie nicht zufällig ausgewählt hat - und dass es ein großer Fehler war, Jessica zu unterschätzen.


Meine Meinung:

Ich liebe Bücher, in denen sich das Innenleben der Figuren über die Therapeutenebene an den Leser heranschleicht.
Schon die Tatsache, dass jemand eine Therapeutin aufsucht, bedeutet ja, dass es hier offenbar einiges zu besprechen gibt. Verborgene, oft traumatisierende Ereignisse, die es nach und nach aufzuschlüsseln gilt.

Insofern ist hier kein Kommissar, der ermittelt, sondern eine Therapeutin, die das Handeln und die Beweggründe von Menschen noch tiefer durchleuchtet.

Nur dass diese Therapeutin - wie aus dem Klappentext ersichtlich - offenbar an der Nase herumgeführt wird.

Insofern hat mich der Plot der Geschichte sehr fasziniert, zumal schnell deutlich wurde, dass in diesem Buch keine Figur so zu sein scheint, wie sie sich darstellt.

Da sind vor allem die drei Freundinnen Karen (die Therapeutin) und Bea und Eleanor, die sich seit der Schulzeit kennen. Jede scheint ihr eigenes Päckchen zu tragen haben, wie aus dem permanenten Perspektivwechsel deutlich wird, der mal aus der Sicht der einen, mal aus der Sicht der anderen die Geschehnisse beschreibt. Je weiter man liest, um so mehr lernt man die Figuren kennen.

Zudem gib es noch eine vierte Person, die bis zum Schluss namenlos bleibt und deren Perspektive ebenfalls immer wieder hineingestreut wird, wobei lange nicht klar wird, wer sich dahinter verbirgt oder wie sich der Zusammenhang zu den anderen Figuren gestaltet.

Mögliche Verdächtige gibt es viele: Ehemann, Schwester, Geliebter? Man rätselt gebannt als Leser mit und ahnt zunehmend, dass man auch selbst ganz schön an der Nase herumgeführt wird.

Zudem gibt es noch eine weitere Therapeuten-Patienten-Ebene, die jedoch in der Zukunft spielt und aus der deutlich wird, dass die Ereignisse irgendwann eskaliert sein müssen. Denn es ist Karen, die nun auf der Patientenseite sitzt.

So bekommt der Leser mehrere Fäden in die Hand, die es so nach und nach zusammenzufügen gilt, wobei es nie langweilig wird, sondern immer mehr auf einen wahren Showdown zuzusteuert.

Zwar wurde mir das letzte Drittel des Buches zum Teil etwas konfus, jedoch löst sich zum Schluss alles wunderbar auf.

Bemängeln muss ich allerdings das Lektorat, in das sich wirklich viele Schreibfehler geschlichen haben.

Fazit:

Wer Thriller mag, die tiefe Einblicke in das Seelenleben der Figuren geben und einen selbst lange miträtseln lässt, ist hier genau richtig.



Kommentare:

  1. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie sehr mich eine gute Beurteilung eines Buches neugierig macht - selbst wenn mir das Thema wie hier überhaupt nicht liegt. *g*

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    1. @ Winterkatze

      Das freut mich natürlich. :o)

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