Sonntag, 29. Juni 2008

REZENSION: Die Teufelsbibel



Autor: Richard Dübell
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 672

Kurzinhalt:
"Die Teufelsbibel" ist ein Buch, das tatsächlich existiert und man bis heute in einem Museum bewundern kann. Angeblich enthält es das gesamte Wissen der (mittelalterlichen) Welt. Dazu gehört auch ein fast lebensgroßes Bild des Satans, was zu der Legende führte, dass dieser das Buch persönlich geschrieben hat (in einer Nacht, wohlgemerkt) und sich insofern darin entsprechend verewigte.

Das gleichnamige Buch von Richard Dübell befasst sich mit der Jagd einiger kirchlicher und weltlicher Größen nach eben diesem Buch - in der Hoffnung, dass dieses dem Besitzer sämtliche Macht schenken möge (frei nach dem Motto: Wissen ist Macht) bzw. aus den selben Gründen vernichtet werden soll.

Meine Meinung:
Die Idee ist interessant, die literarische Ausführung hat mir einige Probleme bereitet.

Zum einen laufen in diesem Buch sehr viele, oft scheinbar unzusammenhängende Handlungstränge nebeneinander, so dass man als Leser zu keiner Figur ein richtiges Verhältnis aufbauen kann.

Dies führte auch dazu, dass, wann immer ich dieses Buch aus der Hand gelegt habe, Probleme hatte, mich zum Weiterlesen zu motivieren. Es gab nicht DAS SCHICKSAL, dessen Fortgang man gern weiterverfolgt hätte, sondern oft nur scheinbar zusammenhanglose Ereignisse, die erst sehr spät im Buch zusammengeführt werden.

Manche Dinge werden oft nur angedeutet, nicht richtig ausgeschrieben und bleiben dadurch oft im Dunkeln.

Zum anderen hatte ich als großer Fan von Mittelalter-Romanen (und zugegebenermaßen habe ich auch mittelalterliche Geschichte studiert) wirklich Schwierigkeiten, die Handlung als mittelalterlich "glaubwürdig" zu verstehen. Der Humor der Figuren ist definitv neuzeitlicher Natur, ihre Probleme sind es oft auch. Insofern ist die Handlung zeitlich oft schwer zu verorten, obwohl sie im Mittelalter spielen soll und bleibt irgendwie schwamming.

Fazit:
Zum Schluss nimmt das Buch an Spannung auf, dennoch bleibt man wenig bewegt zurück, wenn man letztlich die Schlussseite umgeblättert hat.


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