Mittwoch, 28. Januar 2015

Die Veränderungen im Buchgeschäft

machen auch vor der schwulesbischen Szene nicht halt. Wieder schließt ein Szene-Buchladen.

Ich habe mich schon vor Jahren bei Hugendubel darüber beklagt, dass das schwulesbische Regal in der Filiale in Berlin-Steglitz abgeschafft worden ist. Wo man sich in der Findungsphase unauffällig an erste Informationen herantasten konnte....

Es kam nur ein "Wir werden das prüfen"-Schreiben zurück. Dabei ist es geblieben.


So wird man ja gezwungen ins Internet abzuwandern..... Eine Abwärtsspirale ohne Ende.

Kommentare:

  1. Man könnte natürlich auch die dementsprechenden Titel beim örtlichen Buchhändler bestellen und diesen so darauf aufmerksam machen, dass es dementsprechende Kundschaft gibt ... So eine Spirale ist keine Einbahnstraße. :)

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  2. Winterkatze hat es ganz gut auf den Punkt gebracht.
    Ich habe lange in so einer großen Buchhandlung gearbeitet. Und es gab immer wieder Beschwerden darüber, dass dieses oder jenes Thema nicht abgedeckt sei. Also hat man's noch mal versucht, hat sich einen kleinen Bestand angelegt, wertvollen Regalplatz geopfert und wieder hat es keiner gekauft. Ich hab das Spiel wirklich so oft mitgemacht.
    Und so eine Genrebuchhandlung führt ja eigentlich auch ein umfangreiches Angebot. Wenn da die Kunden nicht einkaufen, liegt es wohl weniger daran, dass sie mangels Angebot gezwungen wurden, online zu kaufen, sondern daran, dass sie schlicht zu bequem waren. Und so müssen halt solche Läden schließen und solche Sektionen aus Buchhandlungen verschwinden. Der Kunde hat es mit seinem Kaufverhalten in der Hand.

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  3. @ Winterkatze

    Mir geht es ja darum, dass man überhaupt durch solche Läden/Ragale auf bestimmte Titel aufmerksam wird. Ich erstmal drin blättern kann. Gerade bei der schwulesbischen Literatur gibt es so viel, was man/frau mangels werbung gar nicht kennt und erst vor die Nase gesetzt bekommen muss.
    Und Jugendliche in der Findungsphase haben auch überhaupt keinen Orientierungspunkt mehr.
    Sehr schade.

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  4. Ich weiß, JED! Dummerweise ist aber Regalplatz wirklich teuer für einen Buchhändler und egal wie viele Ideale er vielleicht hat, er kann es sich nur dann leisten solche Titel auf Vorrat im Geschäft zu haben, wenn auch die Käufer zu ihm kommen. Und ich fürchte, dass gerade bei Themen, die eben auch mit Vorurteilen behaftet sind und bei den Personen, die sich aus persönlichem Interesse damit auseinandersetzen, zu Unsicherheit führen, ist der Drang zum Internet größer als zum Buchhändler - und damit beginnt die von dir erwähnte Abwärtsspirale, die man eben nur durchbrechen kann, in dem man (weiterhin) seine Bücher über das Geschäft ordert und vor Ort kauft, damit das Angebot aufrechterhalten oder sogar vergrößert wird.

    Das ist für alle Beteiligten nicht einfach, das ist mir nur zu bewusst. Es gibt Bücher, die ich im Internet bestellte, als ich noch als Buchhändlerin gearbeitet habe, eben weil ich die Anonymität wichtiger fand als den großzügigen Rabatt, den mir alle meine Chefs gewährt haben. Immerhin gibt es heutzutage dank gut geführter Verlagshomepages, Themenforen, Infoblogs usw. eine Menge Möglichkeiten sich über (fast) jedes Thema zu informieren.

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