Dienstag, 29. Januar 2013

REZENSION: Ada sucht Eva

Autorin:    Mirjam Müntefering
Seiten:      271
Verlag:     Bastei Lübbe





Kurzinhalt:
Die lesbische Schriftstellerin Friederike verliebt sich in die ernste Karoline. Da taucht Friederikes Ex-Freundin Pe wieder. 
Und auch Friederikes Clique ist wenig begeistert von ihrer neuen Liebe, hat doch eigentlich Paula drauf gewettet, Karolin rumzubekommen.


Meine Meinung:
Ja, ich habe Mirjam Müntefering noch eine Chance gegeben. Und mir den Vorgängerband zu „Die schönen Mütter anderer Töchter“ geholt. Man kennt ja den Fluch des zweiten Bandes, der unter dem Druck des Erfolges manchmal in der Bedeutungslosigkeit versinkt, während der Erstling vielleicht ein Knaller war.

BOAH!
Was soll ich sagen?
 „Ada sucht Eva“ ist NOCH SCHLECHTER!

Diese furchtbaren Dialoge, mit denen Frau Müntefering ihre Protagonistinnen reden lässt, machen mich langsam echt aggressiv.

„Heute fühle ich mich, als sei alles in mir blau.“ (S. 27)

Ein Satz, der in dem Buch noch häufiger eine Rolle spielen wird, wenn die Figuren sich mit ihren „inneren Farben“ auseinandersetzen.

Ungefähr der Satz, mit dem ich auch einer Frau verfallen würde.

Tatsächlich findet mehr Gespräch oft nicht statt.
Und wenn die geneigte Leserin nicht mehr folgen kann, die handelnden Figuren können es offenbar.

Tatsächlich wird hier eine Tiefe vorgegaukelt, die diese einfach nicht besitzen.
Symptomatisch ist da wohl eher folgender Dialog:

"Ja, Alexander. Der Große.“

„Oh“

„Wie?“

„Ich sagte nur ‚oh’“

„Ah.“ (S. 164)

Gewürzt wird das Ganze zudem mit einem pseudo-feministschen Gelaber einiger Figuren, das schon an Männerfeindlichkeit grenzt und offenbar Lesbischsein symbolisieren soll!
Wohl kaum!

So erscheint es schon problematisch, Würstchen vom Grill zu essen. Könnte ja irgendwelche heterosexuellen Assoziationen hervorrufen.

Wenn dann gleichzeitig beschrieben wird, warum eine dieser Figuren Glatze trägt (ACHTUNG, versuchter Tiefgang: weil sie Ghandi verehrt), wird die Unwissenheit dieser peinlichen Lesbenclique (oder die Inkonsequenz von Frau Münterfering, die sich auf ihre Figuren niederspiegelt) wieder entlarvt.
Denn offenbar spielt es dann keine Rolle, dass der auch ein Mann war.

Als wäre es damit nicht genug, hat auch das Lektorat noch zusätzliche Schlaglöcher eingebaut, indem offenbar übersehen wurde, dass mitten in einer Szene auf einmal Figuren angesprochen werden, die gar nicht da sind (Tippfehler?).
Mal von den zahlreichen grammatikalischen Ausrutschern ganz abgesehen!

Fazit:
Grauenvoll! Wenn das Lesben sind, werd ich wieder hetero….


Beide Bände gibt es jetzt übrigens als Sammelband:

 

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