Dienstag, 26. November 2013

Lesung: Jana Simon - Sei dennoch unverzagt...

So, 2 Monate war es hier ziemlich ruhig, obwohl es einiges zu berichten gäbe und ich so manches Interessante gelesen habe.
Aber manchmal bleibt einfach nicht die Zeit zum Schreiben.
Ich hoffe, dass ich das nun wieder ändern kann und will Euch zunächst von der letzten tollen Lesung berichten bei der ich war:

Jana Simon.


Wer sich jetzt fragt, wer zur Hölle Jana Simon ist, das ging mir auch so, als mich die Liebste voller Vorfreude und mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht dahinschleppte.
Bis ich dann Frau Simon sah. Und das Cover von ihrem Buch, das sie gerade veröffentlicht hat und auf dem sie zusammen mit ihren Großeltern abgebildet ist: Christa und Gerhard Wolf.

Wer nun aber ein Buch über Christa Wolf vermutet, irrt. Vielmehr handelt es sich um viele Gespräche, die eine Enkelin mit ihren Großeltern geführt hat (die zufällig auch berühmte Schriftsteller sind/waren) und in denen es um den Krieg, die Liebe, die untergegangene DDR und viele andere Dinge geht, die Nachfolgegernationen interessieren sollten.

Ursprünglich hatte sie auch gar nicht geplant, ein Buch daraus zu machen, je länger sie sich aber mit ihren Großeltern unterhielt, umsomehr hatte sie das Gefühl, hier etwas anzuregen, was vielleicht auch andere Enkel tun sollten: mit einer Generation zu reden, die es leider nicht mehr lange geben wird.

Herausgekommen ist ein sehr privates Buch, das tiefe Einblicke vor allem in die DDR gibt - zwar aus der Sicht einer sicher "priviligierten" Schriftstellerfamilie, die aber auch entsprechenden Zwängen und Repressalien ausgesetzt war, die hier noch einmal plastisch zum Leben erweckt werden.

Nicht nur für Christa-Wolf-Fans ein Muss:
Sei dennoch unverzagt: Gespräche mit meinen Großeltern Christa und Gerhard Wolf






Kommentare:

  1. "je länger sie sich aber mit ihren Großeltern unterhielt, umsomehr hatte sie das Gefühl, hier etwas anzuregen, was vielleicht auch andere Enkel tun sollten: mit einer Generation zu reden, die es leider nicht mehr lange geben wird."

    Das klingt gut - ich finde es beneidenswert, wenn jemand dazu die Chance bekommt. Bei mir lebte nur eine Großmutter so lange, dass ich ein Alter erreichen konnte, in dem ich mich für sie als Person und ihre Vergangenheit interessierte. Dummerweise hatte sie zu dem Zeitpunkt geistig schon so abgebaut, dass richtige Gespräche kaum möglich waren.

    Die meisten Details über meine Großeltern weiß ich von den älteren Geschwistern meiner Eltern - und die hatten auch nur eine eingeschränkte Sicht.

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  2. @ Winterkatze

    Ja, das geht leider vielen so, mir auch.

    LG;
    JED

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