Mittwoch, 19. November 2008

REZENSION: Das Perlenmedaillion

Autor: Sabine Weigand
Verlag: Fischer
Seiten: 592



Kurzinhalt:
"Das Perlenmedaillon" war das 2. Buch von Sabine Weigand, das ich (nach der Markgräfin") gelesen habe. War ich von ihrem ersten Buch noch restlos begeistert, musste ich mich durch dieses regelrecht zwingen.

Wie schon bei der "Markgräfin" beginnt das Buch mit dem Fund eines historischen Gegenstandes in der Gegenwart, der zum Ausgangspunkt des mittelalterlichen Geschehens wird.

Im Gegensatz zur "Markgräfin" finden hier jedoch keine historischen Recherchen statt, die die Ereignisse im Mittelalter rekonstruieren, sondern das Geschehen wird GETRÄUMT.

Meine Meinung:
Zwar bleibt der Leser auf die Art nun die ganze Zeit im mittelalterlichen Traum (einige Rezensenten hatte das Hin- und Herspringen zwischen den Zeitebenen in der "Markgräfin" ja sehr gestört), dafür werden die dortigen Ereignisse nun sehr zerstückelt. Da es mehrere Hauptpersonen gibt, die alle unterschiedliche Wege gehen, folgt man als Leser immer abwechselnd mal dem einem, mal dem anderen.

Das fand ich persönlich wenig vorteilhaft, da man kaum Zeit hat, sich wirklich auf eine Figur einzulassen.

Zudem zieht sich das Geschehen über fast 20 Jahre hin und ist dadurch teilweise wirklich regelrecht LANGgezogen - und damit unglaublich langatmig.

Sabine Weigand versucht die Beschreibung der Ereignisse zwar wieder durch das Einflechten von Briefen oder Berichten aufzulockern, aber insgesamt versteht das Buch nicht zu fesseln.

Dabei wäre die Grundidee durchaus spannend: Cousin und Cousine werden nach einer verbotenen Liebesnacht entzwei gerissen und müssen ihr Leben fortan getrennt meistern - ohne sich jeh zu vergessen.

Doch dazu kommen einfach zuviele andere Nebenhandlungen, die z.T. nicht mehr glaubhaft sind: Der Bruder der Cousine, der an seinem Mönchsein zweifelt; der neue Mann der Cousine, der gewalttätig ist; die Hure, die mit dem Mann schläft und sich in den Bruder verliebt; der Cousin, der in finstere Machschaften in Venedig verwickelt wird und nebenbei den Maler Albrecht Dürer zum Freund hat, dessen Frau wiederum mit der Cousine befreundet ist.....usw.

Fazit:
Sabine Weigand wollte da wohl zuviel. Die Hälfte der Seiten hätte es auch getan. Schade!

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