Dienstag, 7. September 2010

REZENSION: Ein Vampir kommt selten allein






Titel:              Ein Vampir kommt selten allein
Autorin:          Katie MacAlister
Verlag:           Lyx
Seiten:            346



Kurzbeschreibung:

Pia unternimmt kurz vor ihrem vierzigstem Geburtstag eine Singlereise durch Europa. Leider sind die mitreisenden Männer mehr als enttäuschend. In einem kleinen Ort in Island kauft sie 2 Bücher und findet in einem ein geheimnisvolles Lesezeichen. Fortan steht ihre Welt Kopf: Aufeinmal kann sie Geister sehen, eine geheimnisvolle Sekte hält sie für ihre Anführerin und einige Vampire wollen sie unbedingt tot sehen.

Als wäre das nicht alles schlimm genug, liegt eines morgens auch noch eine tote Frau im Bad ihres Hotelzimmers und nun ist ihr auch noch die Polizei auf den Fersen.


Meine Meinung:

Der Plot ist vielversprechend und birgt eigentlich viele Möglichkeiten, aber wie schon in dem vorhergehenden Roman von Katie MacAlister, den ich gelesen habe, schafft die Autorin es nicht, diese zu nutzen. Dadurch bleibt der Roman oft oberflächlich und - sofern man das von einem Vampirroman sagen kann - wenig glaubwürdig.

Da wird Pia als "wohlbeleibte" Frau beschrieben, die auch ziemliche Komplexe ihr Eigen nennt, welche von einer hämischen Mitreisenden auch noch zusätzlich geschürt werden. Dass Pia dennoch sofort einen liebenskranken Vampir am Hals hat, der sie bis in ihr Schlafzimmer verfolgt, wird von ihr dann aber gar nicht hinterfragt (von mir als Leserin schon).

Das Gleiche gilt für die Behauptung im Buch, Pia würde oft Selbstgespräche führen. Tatsächlich macht sie das genau einmal im Buch.

Es ist, als würde Katie MacAlister ihren Figuren Eigenschaften auf den Leib schreiben, ohne daran zu denken, mit welchen Folgen das für die jeweiligen Personen verbunden ist. Das zerstört schnell das Bild, was man sich als Leser von den Protagonisten aufbaut und macht alles ziemlich schwammig.

Obwohl Pia die Polizei aufgrund des Mordes an der Frau in ihrem Badezimmer auf den Fersen ist, findet so ziemlich jeder sie in dieser Stadt (die Geister, die Sekte, die Vampire, ihre Freundin) - nur eben die Beamten nicht. Auch solche Details lassen einen beim Lesen irgendwann ermüden.

Wie schon im letzten Buch ist aber die Beschreibung der Geister mit allen ihren Schrullen und ihre Interaktion untereinander ganz witzig und beschert dem Buch durchaus nette Momente.

Viele andere Momente, die durchaus für Spannung gesorgt hätten (fanatische Sektenanhänger, die ihren Glauben als allein heilbringenden ansehen und dafür über Leichen gehen) werden dafür verschenkt, nur angerissen - man merkt, dass es eigentlich nicht die Hauptintention der Autorin war, ein spannendes Buch zu schrieben, sondern vielmehr einen typischen "Groschenroman", in dem nur zufällig fantastische Elemente auftauchen.

Zudem bleibt das Ende offen. Schließlich soll auch noch der Fortsetzungsroman ("Vampire lieben besser") verkauft werden.

Fazit:

Wenn man nicht viel nachdenkt, mag das Buch ganz nett sein, es liest sich schnell weg - mich hat es mal wieder nicht überzeugt.


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