Montag, 28. März 2011

REZENSION: Er steht einfach nicht auf Dich

Autor:    Greg Behrendt / Liz Tuccillo
Verlag:   Blanvalet (jetzt auch auf DVD)
Seiten:   224



Kurzinhalt:

Wer meint, diesen Satz schonmal in einem anderen Zusammenhang gehört zu haben, hat offenbar "Sex and the city" gesehen. Miranda ist völlig beeindruckt von diesem Satz, nachdem sie mit ihren Freundinnen wieder stundenlang darüber gegrübelt hat, warum ein Kerl sie nach einem Date nicht zurückgerufen hat.

Greg Behrendt war Autor der Serie und hat diesen Satz gegenüber einer Kollegin fallen lassen. Auch diese hat sich den Kopf darüber zerbrochen, warum ein Mann diese oder jene Verhaltensweise an den Tag gelegt hat. Greg Behrendt machte ihr deutlich, dass Frauen sich zuviel Gedanken über Männer machen. Dass Männer so nicht sind. Wenn sie tatsächlich "auf eine Frau stehen", dann setzen sie Himmel und Hölle in Bewegung für sie. Ansonsten "steht er einfach nicht auf Dich".

Er hat beschlossen, diese einfache Wahrheit in einem Buch genauer auszuführen. Immer wieder wurden verschiedene Situationen an ihn herangetragen mit der Frage, was wirklich hinter dem Verhalten des jeweiligen Mannes steckt. Diese Anfragen wurden in Briefform in diesem Buch abgedruckt und nach verschiedenen Problemstellungen sortiert (z.B. wenn er kein Rendevouz mit Dir will, wenn er mit Dir keinen Sex hat, wenn er Dich nicht heiraten will usw.)

Greg Behrendt antwortet auf z.T. wirklich witzige Weise, welche immer wieder die eine Wahrheit enthält: "Er steht einfach nicht auf Dich". Aber auch immer wieder den schönen Satz: "Du bist eine Spitzenfrau, da draußen gibt es jemanden, der genau das tut."


Meine Meinung:

In gewisser Weise ging es mir beim Lesen wie Miranda in der Serie: Wenn man erstmal verstanden hat, dass es für Männer eigentlich nur 0 (steht nicht auf Dich) oder 1 (steht auf Dich) gibt, dann kann man sich das ganze Dazwischen echt sparen - warum er nicht anruft, warum er dies und jenes nicht getan hat oder gerade getan hat usw. All diese Gespräche, die man mit Freundinnen führt und die eigentlich imemr nur um die Kerle kreisen.

Greg Behrendt macht deutlich, dass Männer vor allem vor einer Sache Furcht haben: Frauen zu verletzen und sie weinen zu sehen. Er traut sich (als Mann) zuzugeben, dass Männer im Prinzip feige sind (was ich aus eigener Erfahrung so unterstreichen kann). Daher lassen sie sich oft allerlei Ausreden oder Verhaltensweisen einfallen, um diese Situationen zu umschiffen.

Während wir Frauen oft Entschuldigungen suchen (hatte einen harten Tag, schwere Kindheit, nachwirkende letzte Beziehung usw.), sind dies für Behrendt alles keine Gründe, um eine Frau im Unklaren über die eigenen Gefühle für sie zu lassen. Er sagt: Wenn Männer Gefühle für eine Frau haben, zeigen sie das auch. Andernfalls "steht er einfach nicht auf Dich".

Eine einfache Formel, die einleuchtend erscheint. Doch bleibt ein gewisser Nachgeschmack, ob Männer wirklich nur 0 oder 1 sind (oder suche ich bereits wieder eine Ausrede?).
Tatsächlich traue ich dem einen oder anderen zu, wirklich mal einen schweren Tag gehabt zu haben und deswegen nicht anzurufen. Oder noch an seiner vorherigen Beziehung zu knabbern und deswegen nocht nicht komplett offen für Neues zu sein.
Würde man sich da nicht etwas verbauen, wenn man konsequent sagt: Er steht einfach nicht auf mich?


Fazit:

Einen differenzierten Blick sollte man sich als Leserin insofern bewahren. Dennoch glaube ich, dass das Buch einen auch lockerer mit bestimmten Verhaltensweisen von Männern umgehen lässt.
Denn das ist für mich die Hauptaussage: Dass wir Frauen unglaublich viel Energie darauf verschwenden, uns über die Männer da draußen Gedanken zu machen. Energie, die wir vielleicht besser nutzen könnten. Z.B. für jemanden, der uns wirklich zeigt,wie sehr er uns mag.

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