Montag, 2. Mai 2011

REZENSION: Ein unmoralisches Sonderangebot

Autor:    Kerstin Gier
Seiten:   302
Verlag:   Bastei Lübbe



Kurzinhalt:

Der pensionierte Leiter eines Automobilkonzerns,  Fritz Gaertner, philosophiert mit seiner Altherrenrunde nicht nur darüber, wie unzufrieden sie doch z.T. sowohl mit der beruflichen Wahl ihrer "Kinder" sind, sondern auch mit der Wahl von deren LebenspartnerInnen.

Die Pensionäre (Doktoren, Lehrer, Bankdirektoren) haben zuviel Zeit und zuviel Geld, denn bald kommen sie auf eine irrwitzige Wette:
Würden die zwei Söhne von Fritz Gaertner für 1 Million Euro ein halbes Jahr ihre Frauen tauschen? Und was würde alles in diesem halben Jahr passieren, wie würde das das Leben der beiden Ehepaare verändern?

Das erfahren die alten Herren schneller als ihnen lieb ist, denn die Brüder und deren Frauen können das Geld gut gebrauchen und stimmen zu - und die alten Herren achten wie übereifrige Privatdetektive darauf, dass auch alle Vereinbarungen wirklich eingehalten werden.


Meine Meinung:

Die Grundidee erinnert ein wenig an "Ein unmoralisches Angebot" - der Film mit Robert Redford und Demi Moore. Tatsächlich wird dieser Film auch im Buch erwähnt und wir wissen alle, dass sich auch für Redford und Moore die Dinge anders enwickelt haben, als sie es sich vorgestellt haben.

Nun wird hier niemand gezwungen MIT jemanden zu schlafen, sondern nur BEI jemanden, dafür haben die Ehepaare ab 18 Uhr totale Kontaktsperre. Und allein dadurch läuft schon einges in der Fantasie von Olivia ab, was ihr wie Brad Pitt aussehender Stephan mit ihrer schönen Schwägerin Evelyn so alles anstellt, während sie in deren Designerwohnung sich kaum traut die Füße aufs weiße Sofa zu legen.

Sozusagen wie Frauentausch auf RTL 2. Nur nicht ganz so konfliktreich. Sozusagen die "Sonderangebots-Version" (warum auch immer Kerstin Gier diesen Titel sonst gewählt hat).
Tatsächlich läuft hier vieles sehr harmonisch und letztlich sehr vorhersehbar ab. Die größte Aufregung besteht noch darin, dass Schwager Oliver seine Schwägerin Olivia (schon diese Namensgleichheit wirft Schatten voraus!) mit heruntergelassener Unterhose auf dem Klo beim "Ling Ling" sieht (wie sie es verschämt formuliert, da es ihr peinlich, darüber zu sprechen, geschweige denn tatsächlich vor jemandem zu pinkeln).

Ansonsten haben sich alle furchbar lieb und sind in freudiger Erwartung ihrer Million, während Olivia den Balkon der Schwägerin verschönert, während diese Olivas Küche und Gästezimmer renoviert. Solch einen Tausch hätte wohl jeder gern.

Letztlich rutscht das Ganze etwas stark in Richtung Hera Lind und völlig an den Haaren herbeigezogene Story ab. Das macht dann keinen Spaß mehr.
Zumal mir auch ein wenig der typische Kerstin-Gier-Humor fehlte, den ich aus anderen Büchern von der Autorin gewohnt bin. Auch wenn sich die Geschichte flüssig weg-liest. Trotzdem hätte man mehr aus der Story holen können.


Fazit:

An den Haaren herbeigezogene, aber durchaus nett zu lesende Story - nur leider insgesamt zu vorhersehbar.

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