Mittwoch, 18. März 2009

REZENSION: Wilde Lupinen



Kurzinhalt:
"Wilde Lupinen" ist der 2. Band der "Sturmzeit"-Trilogie von Charlotte Link. Dieser spielt vor allem in der Nazi-Zeit, in die fast sämtliche Figuren des ersten Bandes verstrickt sind.

Im Mittelpunkt des Buches steht allerdings diesmal nicht nur Felicia, sondern auch ihre Tochter Belle, die ihrer Mutter in Egoismus und (früher) Naivität in nichts nachsteht.

Meine Meinung:
Charlotte Link gelingt es, zahlreiche Einzelschicksale dem Leser nahe zu bringen und damit eine Komplexität des Krieges zu zeichnen, die mich sehr berührt hat. Sei es der der Jude, der sich versteckt hält, der überzeugte Nazi, der Soldat in Stalingrad, der Widerstandskämpfer, der Gleichgültige, der Flüchtende, der Mitläufer oder Mitverdiener.

Zugleich zeigt sie auf, weshalb auch die Russen sich letztlich grausam an den Deutschen gerächt haben.

Dennoch ziehe ich einen Stern ab, weil ich das Gefühl hatte, das Charlotte Link sich nicht getraut hat, die Gräueltaten des Krieges bis zum Letzten aufzuzeigen. Manches deutet sie an, aber letztlich bleibt dieses Buch doch recht "sauber" - ich weiß nicht, wie ich es anders nennen soll.

Vielleicht hätten solche Beschreibungen in eine Famileinsaga nicht gepasst, aber sie gehörten nunmal zu dieser Zeit und sollten nicht verschwiegen werden.

Fazit:
Trotzdem ein unglaublich beeindruckendes Buch, was ich wirklich nur jedem empfehlen kann.



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