Montag, 18. Oktober 2010

REZENSION: Der Fluch der Hebamme

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Zweites Buch aus dem Bereich:  EXKURS #2 Die Kreuzzüge (1096-1444)


Titel:       Der Fluch der Hebamme
Autor:     Sabine Ebert
Seiten:    720
Verlag:   Droemer/Knaur



Kurzinhalt:
Dieser 4. Band um die „Hebamme“ Marthe setzt 5 Jahre nach dem Tod Christians im Jahre 1189 ein. Große Änderungen werfen ihre Schatten voraus: Der alte Markgraf Otto ist alt und krank und sein grausamer Sohn Albrecht scheint nicht mehr lange warten zu wollen, um an die Macht zu gelangen.

Doch Marthe und Lukas wollen Freiberg nicht verlassen, so sehr sie sich auch vor den Folgen einer Machtübernahme dieses Mannes fürchten.

Außerdem stehen vor allem die beiden ältesten Kinder von Marthe im Mittelpunkt: Clara und Thomas.
Während Clara in Freiberg verheiratet werden soll, zieht ein weiterer Handlungsstrang mit Thomas und dem alten Stauferkaiser Friedrich ins Heilige Land.


Meine Meinung:
Im Gegensatz zum vorhergehenden Band ist es Sabine Ebert gelungen, den Protagonisten genug eigenes Profil und Leben zu verleihen, um vergessen zu machen, dass Marthe nicht mehr im Mittelpunkt des Geschehens steht.
Oft beschränken sich ihre wenigen Auftritte im Buch darauf, dass sie jemanden umarmt, nachdenklich schaut und ansonsten im Hintergrund bleibt.

Während sich in Freiberg und Meißen die Ereignisse überschlagen und immer mehr bereits aus vorhergehenden Bänden bekannte Figuren in Gefahr geraten, nimmt man mit Thomas gleichzeitig an einem Kreuzzug voller Hitze, Entbehrungen, Krankheit und Mord teil.

Ebert treibt die Handlung voran wie die verschiedenen Figuren die Hufen ihrer Pferde durch die Abenteuer des Buches. Mann kann den Band nicht einfach mittendrin aus der Hand lesen, da man Furcht haben muss, den jeweils Handelnden eine zeitlang unbeaufsichtigt zwischen den Seiten zurückzulassen.

Zudem handelt es sich erneut um ein herausragend recherchiertes Buch und ein unterhaltsames Lehrstück der mittelalterlichen Geschichte.
So zeigt die Autorin u.a. welch hohen Stellenwert Gesten und Rituale in der im komplizierten Machtgefüge der mittelalterlichen Gesellschaft hatten: Gesten der Versöhnung, Umritte, die nach Herrschaftsantritten von größter Wichtigkeit waren, Lehnseide oder das Niederknien vor einem neuen Herrn.

Abgerundet wird der Band durch eine Karte, die den Zug Thomas’ durch das Heilige Land nachvollziehbar macht, die Aufführung sämtlicher handelnder Figuren (und deren Unterscheidung in tatsächlich existente historische Figuren und von der Autorin frei erfundene) und einem Nachwort von Sabine Ebert, welches sich der Frage der neuen Covergestaltung widmet (die ja schon für einige Diskussionen im Vorfeld gesorgt hat).

Dagegen sollte man den Zeitstrahl und auch das Nachwort der Autorin zu ihren Recherchen nur lesen, wenn man ohnehin mit der Geschichte um Freiberg vertraut ist. Leider werden hier nämlich schon einige Geschehnisse des 5. Bandes vorweggenommen.


Fazit:
Hebt sich ab aus dem Einheitsbrei der historischen Bücher.
Absolute Leseempfehlung!

Kommentare:

  1. Du legst ja ein ganz schönes Tempo vor! Wow! :-)

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  2. Ich muss, jetzt habe ich Ferien, nachher komme ich wieder nicht dazu :o)))
    Also, keine Panik! Ihr holt mich alle schon noch ein!

    LG,
    JED

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