Sonntag, 20. September 2015

Das sind doch Kinderbücher!?

Ich brauche mal Eure Gedanken zu einem Thema, was mich schon eine Weile beschäftigt.

Ich lese, wie viele von euch auch, auch gern Bücher, zu deren expliziter Zielgruppe ich sicher nicht mehr gehöre.
Anderseits, was ist eine "Zielgruppe"?
Gibt es Bücher, die man nur bis x Jahren lesen darf und dann nicht mehr?


Diese Diskussion führe ich seit einer Weile mit Menschen, die mich kopfschüttelnd ansehen, oftmals mit fragendem Gesicht vor meinen Bücherregalen stehen und man hört: "Kind geblieben".

Und ich möchte sagen: "Na und?" Doch es klingt manchmal fast wie ein Vorwurf.
Aber ist das nicht etwas Positives, wenn ich mir meine Fantasie erhalte, meine Begeisterung für "Harry Potter" & Co?

Mein Gegenüber argumentiert dann häufig: "Das gehört nicht (mehr) zu meiner Lebenswelt."
Tja, zu meiner gehören Mörder im dunklen Skandinavien oder knutschende Heteropärchen vor den Kulissen Hawaiis auch nicht.
Trotzdem beklagt sich da keiner, wenn frau sowas liest.

Oder was ist mit Filmen wie "Star wars"? Auch voller Fantasy, dennoch ist das bei Erwachsenen "erlaubt".
Warum?

Muss ich mich dafür schämen, meine Buchcover verstecken, weil sie VOR ALLEM AUCH von Kindern und Jugendlichen gelesen werden?

Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich (immerhin mit abgeschlossenem Germanistikstudium) mich verteidige, weil ich nicht den ganzen Tag Goethe rezitiere.
Warum auch?

Wie ist das bei Euch?
Müsst Ihr Euch auch verteidigen?
Warum gibt es Menschen, die sich so gar nicht mehr auf diese fantastische Welt einlassen können? (Ist irgendwie ein bisschen wie bei Peter Pan, der Nimmerland vergisst, oder?).

Kommentare:

  1. Ich erlebe schon manchmal, dass einige es seltsam finden, wenn man als Erwachsene noch Kinderbücher liest, aber ich habe den Eindruck, dass es gerade seit Harry Potter eher "salonfähig" geworden ist.
    Ansonsten lasse ich gehässige/vorwurfsvolle/spöttische Kommentare dazu einfach nur noch bei einem Ohr rein- und beim anderen rausgehen. Dasselbe höre ich ja auch immer wieder bei Fantasy ganz allgemein.

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    1. @ Neyasha

      Aber irgendwie ist es doch seltsam, dass es scheinbar soetwas wie salonfähige Fantasy gibt (etwa Games of thrones, wo dann fast jeder dabei ist) und man bei anderen Sachen wieder schräg angesehen wird, oder?

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  2. Ich stoße eher grundsätzlich auf Unverständnis, dass ich so viel lese, wenn es sich um Leute handelt, die nicht zu meinem engeren Umfeld gehören. Da ist es dann auch egal, was ich lese. :D Meine Erwiderung besteht dann eher darin, dass ich es nicht einsehe, mich einschränken zu lassen, wenn ich die ganze Vielfalt genießen und für jede Stimmung das richtige Buch wählen kann.

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    1. @ Winterkatze

      Mich wundert nur, dass viele Menschen bestimmte "Stimmungen" nicht mehr zu haben scheinen....

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  3. Ich kenne das nur zu gut: weit bevor Fantasy durch Harry Potter salonfähig wurde, wurde ich immer wieder belächelt.
    Ich kann dazu nur sagen: Du bist reich, reich an Fantasie und Freude; die, die Dich kopfschüttelnd ansehen, sind arm, weil sie diese Bereicherung im Leben nicht zulassen (können).
    Wie singt Nessaja so schön?

    "Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben.
    erst dann, wenn ich's nicht mehr spüren kann,
    weiß ich, es ist für mich zu spät,
    zu spät, zu spät.
    ...
    Dann spiel' ich mit dem Sonnenstrahl
    der silbern sich im Wasser bricht."

    Ich habe kürzlich "Die Erben der Nacht" von Ulrike Schweikert gelesen und fühlte mich blöd. Blöd, weil ich die Jugendbuchsystematik in unserer Bibliothek nicht verstand, das Regal nicht fand und die nette Dame am Tresen fragen musste, aber NICHT blöd, weil ich mit Freude eine großartige (der letzte Band nicht) Jugendbuchreihe gelesen habe.

    Ich finde Jugendbuch-Fantasy auch schön als Einschlaflektüre, weil ich dann nicht wie Calvin und Hobbes erst mal unter dem Bett nachschauen muss, ob da die Monster lauern, weil das Buch zu hart und blutrünstig war.

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    1. @ Anonym

      In den Lied heißt es aber auch:

      Ich wollte nie erwachsen sein
      hab' immer mich zur Wehr gesetzt.
      Von außen wurd' ich hart wie Stein
      und doch hat man mich oft verletzt.

      Heißt das, dass Erwachsene eben doch ANDERs sind?

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    2. Ja, zumindest in dem Sinne, dass viele mit dem Älterwerden ihre Fantasie verlieren und auch diese wunderbare, vorbehaltlose kindliche Freude..

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  4. Ich habe nicht viele Jugendbücher, aber ich werde für meine Gayromance immer belächelt. Irgendwas ist immer, aber ich nutze dazu auch immer die Ein-Ohr-rein-ein-Ohr-raus Methode. ;)

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    1. @ Hermia

      Ich würde zu Dir sagen: Empfiehl mir was. :o))
      Für gute Gay-Romance bin ich immer offen. *lol*

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