Donnerstag, 19. November 2020

REZENSION: Fräulein Gold 1 - Schatten und Licht (Hörbuch)

Titel: Fräulein Gold 1 - Schatten und Licht (LINK zu AMAZON)

Autorin: Anne Stern

Länge: 489min.

Sprecherin: Anna Thalbach

 

Kurzinhalt (Verlagstext):

Hulda Gold - nah am Leben, nah am Tod 1922. Hulda Gold ist Hebamme, clever, unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Das Schicksal der Frauen liegt ihr besonders am Herzen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere.

Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Angeblich ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Und weshalb fühlt sich Hulda von ihm so angezogen? Sie stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinander liegen.

 

Meine Meinung:

Fräulein Gold ist eine herrliche literarische Figur- denn sie ist nicht nur aufgrund ihrer leicht schielenden Augen sympathisch unperfekt. Sie nimmt sich auch heraus, ihre Beziehung zu beenden, weil sie den Drang nach Freiheit verspürt (obwohl sie mit 26 Jahren im Berlin der 20er Jahre im Prinzip als "unvermittelbar" gilt) und ein wenig in einem Mordfall herumzuschnüffeln, der ihr keine Ruhe lässt.

Denn als Hebamme ist sie vor allem im Armenviertel unterwegs und bei der Toten handelt es sich "nur" um eine alte Hure, die jedoch eine bewegte Geschichte hinter sich hat.

Auch Kommissar North, dem sie bei ihren "Ermittlungen" immer wieder in die Quere kommt, ist ein sehr spezieller Typ Mensch, ist er doch in einem Waisenhaus aufgewachsen und hat versucht, jede Chance zu nutzen, um der Gosse zu entkommen.

Diese beiden unterschiedlichen Charaktere treffen nun immer wieder aufeinander und natürlich gehört auch ein wenig Liebe in diesen Roman.

In dieser Kombination erinnert Fräulein Gold ein wenig an "Babylon Berlin", auch wenn Hulda Gold ein sehr eigene Persönlichkeit ist. Und ich immer etwas Bauchschmerzen bekam, wenn jemand im Buch fragte: "Gold? Ist das jüdisch?"

Man ahnt, wo das noch hinführt. Folgebände sind bereits heraus und zusätzlich in Arbeit.

Fazit:

Ein sympathisches neues Ermittlerduo, dass das Berlin der 20er Jahre sehr lebendig werden lässt. Strotz jetzt nicht vor Spannung, aber gelesen von Anna Thalbach ist die Geschichte zusätzlich noch besonders.


Teil 1: Schatten und Licht

Teil 2: Scheunenkinder

Teil 3: Der Himmel über der Stadt

 

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