Sonntag, 29. Juli 2018

REZENSION: Renate Bergmann - diverse Hörbücher

Zur Zeit sieht man sie überall in den Buchläden: eine verschmitzt dreinblickende alte Frau auf den Covern diverser Bücher, mit solche sprechenden Titeln wie "Ich bin nicht süß, ich habe nur Zucker" oder "Wer erbt, muss auch gießen."

Insofern war ich neugierig, als die Herzensfrau auf einer längeren Autofahrt "Das kann man doch noch essen" aus dem Radio schallen ließ und ich besagter Renate Bergmann (gesprochen von der wundervollen Carmen Maja-Antoni) bei diversen Haushaltstipps zuhörte - gespickt mit diversen Anekdoten aus dem "Leben" dieser "Online-Omi" (angeblich 82 Jahre, die es u.a. auch auf TWITTER gibt, seit ihr Neffe Stefan ihr ein Handy geschenkt hat).

"Leben" muss ich leider in Anführungszeichen setzen, denn schnell begann ich zu googeln, ob die Autorin als solche wirklich exisitiert.
"Leider nicht", muss ich meiner Enttäuschung Ausdruck verleihen - oder zumindest lebt sie in ihrem alter Ego Torsten Rhode, seines Zeichens Schriftsteller und halb so alt wie die von ihm erfundene Figur.

Ein Mann in den frühen Vierzigern, der sich in die Rolle eine alter Frau versetzt? In der Tat tut er dies mit unglaublicher Beobachtungsgabe und viel Sinn für das Alter und seine Situationskomik.

Mittlerweile habe ich diverse Hörbücher "von" Renate Bergmann gehört, manche werden auch von Marie Gruber gesprochen, wobei diese meiner Meinung nach die Stimmung nicht ganz so gut trifft. Aber das ist vielleicht auch meiner persönlichen Vorliebe für Carmen Maja-Antoni geschuldet, die es schafft, selbst uninteressante Sachen interessant vorzulesen.

So war ich also mit der Online-Omi mittlerweile auf Kreuzfahrt ("Besser als Bus fahren") sowie in der Reha ("Das bisschen Hüfte, du meine Güte"), wo sie mit ihrer neuen Hüfte kämpfte und habe sie auf vier verschiedene Friedhöfe begleitet, wo sie abwechselnd ihre vier toten Ehemänner begießt ("Wer erbt, muss auch gießen").

Nebenbei versucht sie mit dem Fortschritt mitzugehen, u.a. mit ihrem Tomatentelefon (gemeint ist ein Apple) oder kämpft gegen ihre "Ossiperose" (SIC!), während sie sich mit ihrer besten Freundin auf diversen Beerdigungen, von Menschen, die sie nicht kannte, durchfuttert.
Stets mit Tupperdose bewaffnet natürlich.


Fazit:

So oder so, ich habe unglaublich viel Spaß mit Renate Bergmann und der Vorteil an ihrem Erfinder Thorsten Rhode ist sicher, dass er höchstwahrscheinlich noch genug Jährchen vor sich hat, um seine alte Dame auf weitere zahlreiche Abenteuer durch die Welt der "Alten" zu schicken, die man aufeinmal mit ganz neuen Augen betrachtet.


1 Kommentar:

  1. So eine Omi hätte jeder gern. Ganz modern und auf der Höhe der Zeit und trotzdem manchmal so schön aus vergangenen Tagen, lässt sie uns an ihrem Alltag teilhaben. Ich bin genauso begeistert wie Du.

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