Mittwoch, 1. August 2018

REZENSION: Die Nightingale-Schwestern 1 - Freundinnen fürs Leben


Titel: Die Nightingale Schwestern 1 - Freundinnen fürs Leben
Autorin: Donna Douglas

Seiten: 592

Verlag: Bastei Lübbe



Kurzinhalt:

London, 1934. Das berühmte Nightingale Hospital sucht neue Krankenschwestern. Unter den Kandidatinnen sind drei junge Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Während Dora aus ärmlichen Verhältnissen stammt, ist Millie eine waschechte Aristokratin, die lieber etwas Sinnvolles tut, als sich einen Ehemann zu suchen. Helen dagegen leidet unter ihrer dominanten Mutter, vor der sie ein Geheimnis verbirgt. Doch welche von ihnen hat das Zeug dazu, eine echte Nightingale-Schwester zu werden?


Meine Meinung:


Wer die Charité-Serie im letzten Jahr in der ARD verfolgt hat, kann sich vielleicht hineinversetzen in die Zeit der Jahrhundertwende, da Krankenhäuser Orte waren, an denen man als Patient nicht unbedingt sein wollte (heute sicher auch nicht, aber was da zum Teil noch experimentiert wurde und es für Vorstellungen von Hygiene gab, man mag gar nicht genauer drüber nachdenken).

Die Serie "Die Nightingale-Schwestern" spielt im England Anfang der 1930er Jahre und genau wie in der Charité-Serie sind es die Frauen, die die niederen Arbeiten als Krankenschwestern verrichten und wirklich ausgebeutet werden, während es den Männern vorbehalten war, Arzt zu werden.

In England wird diese Teilung durch die Tradition der berühmten Florence Nightingale noch zusätzlich manifestiert, wobei in diesem ersten Band drei ganz unterschiedliche junge Frauen in die Fußstapfen der berühmten Krankeschwester treten wollen.

Ja, hier gibt es breite Klischees von der armen, sozial schwachen Dora, hin zu der Aristrokratin Millie, aber es ist eine Glanzleistung der Autorin diese Figuren mit wirklich differenziertem Leben zu füllen und diese in ein unglaublich lebendiges Umfeld zu schreiben.

Dabei verfolgt man als Leser nicht nur das Leben innerhalb der Krankenhausmauern, sondern auch außerhalb in den verschiedenen Schichten und Milieus der damaligen Zeit.

Die Autorin fährt nach und nach ein unglaubliches Figuren-Potpourrie auf und obwohl ich dazu neige, schnell zu vergessen, wer wer ist, wenn so viele Figuren handeln, gelingt es ihr, alle Fäden stets zusammenlaufen zu lassen und mich immer mehr in die damalige Welt eintauchen zu lassen.

Auch wenn ich mehr als einmal die Augen über die strengen Oberschwestern verdreht habe, die den Lernschwestern das Leben zusätzlich schwer machen. Tatsächlich fühlte ich mich immer mehr als "Freundin" der drei Protagonistinnen und litt buchstäblich mit ihnen (und den Konventionen ihrer Zeit) und habe manchmal sogar das eine oder andere Tränchen verdrückt.

Lange schon hat mich kein Buch mehr so gefesselt, dass ich bis spät in die Nacht gelesen habe.


Fazit:

Gemischt mit einer Portion Herzschmerz und Liebe (ich habe zum Teil wirklich mitgelitten, so lebensecht sind manche Figuren), verspricht diese Serie noch viele unterhaltsame Lesestunden. Ich freue mich jedenfalls bereits auf den zweiten Teil und die weitere Entwicklung der Figuren.
Zumal mit jedem Jahr der Zweite Weltkrieg näher rückt und man das Unheil bereits ahnt.


Weitere Titel der Reihe (Links führen zu AMAZON):

Kommentare:

  1. Fein, dass dir Band 1 der Reihe auch so gut gefallen hat, wie mir! Für mich war das Buch eine positive Überraschung und ich weiß gar nicht, warum ich nun schon seit einer weile bei Band 5 hängen geblieben bin ;) Zeit weiter zu lesen!!!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. @ Martina

      Ja, endlich mal wieder eine Reihe, die mich fesselt. Ist ja schade, dass Du bei Band 5 hängen geblieben bist, denn ich hoffe, die Serie bleibt mit forlaufenden Bänden auf ähnlich hohem Niveau.

      LG,
      JED

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