Donnerstag, 10. Januar 2019

REZENSION: Mein Mann, seine Frauen und ich

Ich hoffe, Ihr seid alle gut ins Neue Jahr gestartet! Mir persönlich geht es so laaaangsam ein wenig besser (wobei ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen will), aber zumindest gibt es so den einen oder anderen Moment, an dem ich die dunklen Wolken ein wenig fortschieben kann.

Tatsächlich habe ich in diesem Jahr sogar schon ein Buch gelesen, das mich sehr beschäftigt hat und über das ich auch immer wieder sprechen musste, da der Inhalt so bewegend (und auf Tatsachen beruhend ist), dass man nicht damit allein bleiben möchte.

Wer bei dem Namen "Hera Lind" sofort Schnappatmung bekommt, möge an dieser Stelle dennoch weiterlesen. Denn die Vorstellung von rosa-Wolken-Frauenliteratur ist hier völlig fehl am Platze.


Titel: Mein Mann, seine Frauen und ich
Autorin: Hera Lind
Seiten: 416 Seiten

Verlag: Diana


Kurzinhalt (Verlagstext):

Nach ihrer Scheidung genießt Nadia Schäfer die Unabhängigkeit. So lernt sie Karim kennen, einen gläubigen und gebildeten Moslem.
Sie lässt sich auf ihn ein, heiratet ihn sogar, weil der Islam Liebe ohne Trauschein verbietet.
Dass Karim bereits Frau und Kinder hat und die Ehe fortbesteht, nimmt sie in Kauf, denn er trägt Nadia auf Händen.
Sie ziehen in den Oman, wo Nadia nur tief verschleiert aus dem Haus gehen darf. Sie tut es für Karim – ein fürsorglicher Ehemann, der sich auch noch um seine erste Frau kümmert.
Bis er eines Tages Ehefrau Nummer drei mit nach Hause bringt …



Meine Meinung:

Man kennt es von "Nicht ohne meine Tochter": Westliche Frau heiratet arabischen Mann und unterwirft sich komplett seiner Weltanschauung (bzw. wird unterworfen).
Doch dieser Ansatz greift in diesem Buch viel zu kurz, denn faktisch behält Nadja ihren Pass und erfährt auch keine Gewalt - zumindest keine körperliche.

Jedoch erfährt sie, was es bedeutet, nie die alleinige Frau im Leben ihres Geliebten zu sein. Und diese Art zu leben hat mich unglaublich mitgenommen und erschüttert. Denn letztlich nimmt sie dies freiwillig und aus Liebe auf sich.

Sie heiratet diesen tief gläubigen Muslim, um ihn offiziell lieben zu dürfen - und heiratet damit aber seine erste Ehefrau und die 3 bereits vorhandenen Kinder mit.

Um ihn glücklich zu machen, wirft sie immer mehr ihrer Überzeugungen über Bord und schränkt sich dadurch immer mehr ein.

Mehr als einmal hätte ich sie am liebsten geschüttelt, wie auch viele ihrer Freunde und Familienmitglieder es ebenfalls tun. Doch letztlich findet sie in genau diesen Menschen auch einen Halt und einen sicheren Hafen, in den sie immer wieder zurückkehren kann.


Fazit:

Ein mal ganz anderer Einblick in die arabische Welt. Das Buch hat mich unglaublich bewegt.



 

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