Montag, 4. April 2016

REZENSION: Dampfnudel-Blues - Eberhofer 2 (Hörbuch)



Titel: Dampfnudelblues: Ein Provinzkrimi 
Autorin: Rita Falk
Länge: 4 CDs, 319 min.

Sprecher: Christian Tramitz

HÖRPROBE (klick)


Kurzinhalt:

Kommissar Franz Eberhofer ist genervt. Wieso muss das Telefon ausgerechnet dann klingeln, wenn Oma ihre köstlichen Frühstückseier mit Speck aufgetischt hat? Doch Dienst ist Dienst und so muss sich der grummelige Kommissar wieder einem kniffligen Fall in seinem Heimatort Niederkaltenkirchen widmen. Diesmal ist der Rektor der örtlichen Schule von einem Zug erfasst worden. Eberhofer glaubt nicht an Selbstmord und bald schon stehen 38 Tatverdächtige auf seiner Liste.
Nach "Winterkartoffelknödel" die Fortsetzung der Regionalkrimi-Reihe um Franz Eberhofer - launig und facettenreich gelesen von Star-Sprecher Christian Tramitz.



Meine Meinung:

Ich bin eigentlich nicht so ein Fan von Krimis, die in irgendwelchen Örtlichkeiten spielen, die ich nicht kenne. Meist ist der Humor eher für Insider, man muss sich in der Gegend auskennen, die "Sprache" verstehen.

Bayern ist für uns Preußen ja gaaaanz weit weg. Und so gut wie gar nicht zu verstehen. Insofern habe ich um die Bücher von Rita Falk bisher einen Bogen gemacht.

Dann lief Dampfnudelblues: Ein Provinzkrimi im Fernsehen. Und ich habe mich königlich amüsiert, weil es so eine ganz andere Art Krimi war, als ich mir vorgestellt hatte.

Der Kommissar (Eberhofer) ist so herrlich schräg und unkonventionell und so ganz anders, als ich mir Bayern im Allgemeinen vorstelle (sorry, liebe Bayern, ich will hier niemandem auf den Schlips treten!), dass ich mich auch als Preußin da wiederfinden konnte.

Meine Lieblingsstelle (ACHTUNG, kleiner Spoiler) war sofort, als sich zwei Dorfbewohner um ein Außenthermometer streiten und Eberhofer es einfach kaputt schießt - Sache erledigt.
Ein wenig war ich an die verrückten Figuren in der Serie "Mord mit Aussicht" erinnert, die ich auch sehr liebe.

Also besorgte ich mir das Hörbuch, wunderbar gelesen von Christian Tramitz (u.a. bekannt aus der "Bullyparade"). Mit bayrischem Einschlag, aber so, dass auch alle Nicht-Bayern es noch verstehen können. Einfach herrlich, denn einfach nur passend, wenn Eberhofer mal wieder vor sich hingrummelt, weil er vom Essen abgehalten wird, oder die einzelnen Bewohner grundsätzlich erst mit Nachnamen und dann Vornamen angesprochen werden (etwa: der Simmerl Max).

Aber auch die ewig schreiende (da taube) Oma, den kiffenden Vater und die Nichte (S)Uschi (ich liebe dieses Namensspiel!) schließt man sofort in sein Herz.

Das Ganze ist so eine verrückte Provinzkomödie, dass der eigentliche Kriminalfall etwas in den Hintergrund rückt. Aber das hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn ich manchmal etwas Schwierigkeiten hatte, die ganzen Nebenhandlungen (die nichts mit dem Kriminalfall zu tun haben) von der Hauptstory zu trennen. Da kam es mir zu Hilfe, dass ich den Film vorher gesehen hatte.

Aber wenn man mehrere Eberhofer-Krimis gehört hat, gewöhnt man sich daran, dass das Dorfleben rundherum einen großen Teil der Geschichten von Rita Falk ausmacht und eben auch deren Charme.

Dass  Dampfnudelblues: Ein Provinzkrimi dabei schon der zweite Teil aus der "Eberhofer-Reihe ist, macht nicht soviel aus, ich denke, man kann die auch ganz gut unabhängig voneinander hören, auch wenn es schon eine gewisse Reihenfolge und Entwicklung innerhalb der Figuren gibt.


Fazit:

Herrlich skurile Dorfgeschichten aus der bayrischen Provinz, die man auch nur lieben kann, wenn man sehr viel weiter nördlich wohnt.


Bisher von mir rezensiert:

  1. Winterkartoffelknödel
  2. Dampfnudelblues
  3. Schweinskopf al dente
  4. Grießnockerlaffäre
  5. Sauerkrautkoma
  6. Zwetschgendatschikomplott
  7. Leberkäsjunki

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