Donnerstag, 28. Dezember 2017

REZENSION: Der Altmann ist tot (Hörbuch)

Während ich die letzten gebrannten Mandeln von einem der letzten geöffneten Weihnachtsmärkte in der Stadt mümmele, will ich meinem Vorsatz treu bleiben, bis zum Jahresende noch die letzten Rezensionen für Arianas Hörbuch-Challenge zu schreiben.
  
Titel: Der Altmann ist tot. Frau Freitag und Fräulein Krise ermitteln
Autoren: Frau Freitag und Fräulein Krise
Länge: 6 CDs, 436min.

Sprecherinnen: Joseline Gassen und Carolin Kebekus



Kurzinhalt (Verlagstext):

»Setzt euch alle mal hin. Ich muss euch was Wichtiges sagen: Der Herr Altmann ist tot.«
»Wie, tot?«, fragt Rosa.
»Na, mausetot. Aus, Ende, finito», antwortet Oszan.
»Herr Fischer hat gesagt, er sei eine Treppe runtergestürzt.«
»Wie, Treppe? Welche Treppe?«, fragt Rosa, in deren Hirn es augenscheinlich mächtig rattert.
»Bestimmt die behinderte Treppe in Haus B. Ich schwöre, die ist voll Todestreppe. Mieses Teil!«, teilt uns Fuat mit.
»Unfall ... tzzzz«, sagt nun Emre. »Das war bestimmt Mord!«

Als wären die Tage an der Berliner Problemschule nicht schon abenteuerlich genug, kommt nun auch noch der Mathelehrer Altmann auf mysteriöse Weise ums Leben. Da stimmt doch was nicht, denken die Kolleginnen Frl. Krise und Frau Freitag: Musiklehrerin Johanna Schirmer postet überraschende Details über ihre Affäre mit ihm, die Cousins einer türkischen Schülerin hatten Rache geschworen, seine sehr junge, sehr schwangere Witwe versteht sich etwas zu gut mit ihrem Powerplate-Trainer und Schüler Ali hat eine Rechnung zu begleichen. Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln – und das alles neben dem ganz alltäglichen Schulwahnsinn.

Meine Meinung:


Wer die (Hör)Bücher um Frau Krise und Fräulein Freitag kennt, fühlt sich sofort "heimisch", denn auch "Der Altmann ist tot" spielt im berühmt wahnsinnigen Berliner Neuköllner Schulmilieu der beiden, mit zum Teil bereits bekannten anderen Charakteren.

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Büchern von Frau Freitag ist dieses jedoch fiktiv (und diesmal zusammen mit Frau Krise geschrieben).

Herr Altmann ist ein Kollege der beiden und stirbt eines plötzlichen Todes, als er die Treppe zum Reichstag hinab stürzt.
Mord, wie die beiden offenbar unterforderten Kolleginnen glauben - denn sie beginnen neben ihrer eigentlichen Lehrerinnen-Tätigkeit zu ermitteln.

Dabei werden sie abwechselnd von der bekannten Komikerin Caroline Kebekus und Joseline Gassen gesprochen, je nachdem, ob Frau Freitag oder Fräulein Krise erzählen.

Dabei haben sie es wieder mit einigen ziemlich skurilen Charakteren zu tun, wie etwa Onkel Ali, der einen Kiosk mitten im Kiez betreibt oder der Musiklehrerin Johanna Schirmer, die einen recht freizügigen Blog im Internet schreibt.

Das Hörbuch hat insofern im sozialen Bereich sicher seine Momente, als Krimi taugt es nicht. Dafür fehlt die Spannung und auch der Witz der vorhergehenden Bücher (meine Rezensionen dazu: HIER und HIER), die ja wirklich aus dem Leben gegriffen sind und die man in diesem fiktiven Roman oft vermisst.

Zwar sind die beiden Sprecherinnen großartig und auch im "Türkenslang" firm, aber so richtig mitreißen konnte mich das Ganze nicht.
Das Hörbuch zieht sich doch arg.

Fazit:

Für Fans von Frau Freitag eine nette Ergänzung. An manchen Stellen aber etwas sehr gewollt und dadurch langatmig.


Kommentare:

  1. Vielen herzlichen Dank für Deine Rezession. Ich habe mich, trotz Deiner Bewertung nicht abhalten lassen, es zu hören. Ich fand es sehr unterhaltsam und kurzweilig. Der Bezug zu Berlin, mit den vielen Straßen und Plätzen, ist für mich als Berliner toll. Durch Frau Kebekus sehr spezielle und humorvolle Art des Lesens, hatte ich viel Spaß. War es ein Krimi? Ich dachte es ginge um den Lehrer Alltag.

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    1. @ Anonym

      Frau Freitag hat viele Bücher über ihren realen Lehrerinnen-Alltag an einer Berliner Hauptschule geschrieben (Meine Rezensionen dazu findest Du, wenn Du oben auf die Links klickst oder im Rezensionsverzeichnis).

      Im Gegensatz dazu handelt es sich beim "Altmann" um einen fiktiven Roman, den sie zusammen mit (der real existierenden Fräulein Krise) geschrieben hat.

      Natürlich wieder im Lehrerinnenumfeld angesiedelt ging es aber letztlich um die Aufklärung eines Mordfalls. Das verstehe ich dann schon als Krimi.

      Schön, wenn es Dir gefallen hat. Meine Rezensionen sollen bitte auch niemanden abhalten, sondern spiegeln letztlich nur meine subjektive Meinung wieder. Jedem sind andere Dinge wichtig.

      Es gibt mittlerweile auch einen Nachfolger, der sicherlich wieder genauso in Berlin spielt.

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