Sonntag, 16. Februar 2020

Lesesonntag im Februar - 16.02.2020

11.00 Uhr: Guten Morgen, Lese-Sonntags-Frauen (und Männer, falls vorhanden 😏).

Regnet es bei Euch auch seit Tagen? Gestern war mal die einzige Ausnahme mit Sonnenschein (der sich schon unglaublich nach Frühling angefühlt hat), aber ansonsten ist wirklich Lesewetter.
Und Schlaf-Wetter. Und "Bones"-Wetter (ich schaue begeitert seit ein paar Tagen die Serie, die auf den Geschichten der Anthroplogin Kathy Reichs beruhen).

Leider auch Kopfschmerzwetter, was mich schon seit einigen Tagen begleitet. Oder liegt es an der mental anstrengenden Literatur, die ich mir momentan zumute? Ich lese immer noch viel über narzisstische Beziehungen (mein Post dazu hier) und erkenne mittlerweile sogar in literarischen Figuren narzisstische Züge, wie etwa auch in einer der Haupfiguren von "In einem dunklen dunklen Wald".

Denn wenn mein Kopf mal wieder zu platzen scheint, versuche ich es mit Hörbüchern, was aber auch immer nicht lange geht.

Seit ein paar Tagen begleitet mich also u.a. "In einem dunklen, dunklen Wald" von Ruth Ware (nicht zu verwechseln mit "In einem tiefen, dunklen Wald" von Paul Maar - meine Rezension dazu hier), was ich bereits heute nach dem Aufwachen schon wieder etwas gehört habe. Hierbei handelt es sich um einen Thriller, der in einem entlegenem Haus in dem titelgebenden Wald spielt.

Kurzinhalt (Verlagstext): Als Nora die Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer besten Highschool-Freundin Clare erhält, ist sie wie vor den Kopf gestoßen. Zehn Jahre sind vergangen, seit sie Clare zuletzt gesehen hat, zehn lange Jahre, in denen die beiden keinen Kontakt hatten. Wider besseres Wissen nimmt Nora die Einladung an. Ein folgenschwerer Fehler. Als sie nach dem Wochenende in einem Krankenhaus erwacht, kann sie sich nur noch an wenig erinnern. Eines jedoch weiß sie gewiss: In dem abgelegenen Haus im Wald wurde jemand getötet. Doch wer – und von wem – weiß sie nicht. Ist es möglich, dass sie selbst etwas mit der furchtbaren Tat zu tun hat? Ist sie eine Mörderin?

Prinzipiell liebe ich Geschichten, die in einsamen, abgeschiedenen bzw. abgeschlossenen Bereichen spielen, aber der Plot (dass da nach 10 Jahren bei vielen Figuten noch Rachegefühle, unbearbeitete Traumata oder ähnliches vorherrschen) überzeugt mich im Moment noch nicht so ganz und ich bin wirklich auf die Auflösung gespannt und hoffe, dass ich nicht enttäuscht werde.

So, dann schaue ich mal, wie es Euch so geht und trinke nebenbei meinen Tee zum Wachwerden (und hoffentlich Kopf-entspannen), während der Regen weiter an die Scheiben prasselt.

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Update 16.00 Uhr: Ich habe die ganze Zeit das Hörbuch weitergehört, während ich parallel Äpfel geschält und zerkleinert habe, da ich aus diesen Marmelade kochen wollte. Ich habe gerade so viele Äpfel im Haus, dass ich mit dem Essen nicht hinterher komme, insofern erschien mir Marmelade mit Nüssen und Zimt eine schöne Idee. 

Zwar eher weihnachtlich, aber da ich Weihnachten 2019 ja in der Sonne war und dadurch regelrecht verpasst habe, zucke ich da gar nicht. Ich liebe diese Kombination eigentlich auch zu jeder Jahreszeit.

Zunächst ging es in dem Hörbuch ja um die Ereignisse im Haus, den Junggesellinnen-Abschied von Clare, zu dem Nora eingeladen worden ist, obwohl sie 10 Jahre zu ihr gar keinen Kontakt hatte. 
Zwischendurch wurde aber in der Erzählerspektive auch immer wieder ins Krankenhaus geblendet, in dem Nora nun mit vielen Verletzungen liegt, so dass klar war, dass etwas Schlimmes passiert sein musste und es sich bei diesem Junggesellinnen-Abschied um Erinnerungen handelt. 

Diese Erinnerungen von Nora reißen aber irgendwann ab und weichen Erinnerungslücken, so dass es jetzt wirklich interessant wird und ich auf die Auflösung gespannt bin.

Trotzdem mache ich jetzt erstmal Pause, denn so ein Hörbuch, das fast 11 Stunden geht, lässt sich nicht so einfach an einem Stück hören. Auch wenn es meinem Kopf mittlerweile besser geht. Tatsächlich überlege ich sogar, heute Abend vielleicht wegzugehen, irgendwie fühle ich mich momentan etwas eingesperrt Zuhause und sehne mich nach Bewegung.

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Update, 00.00 Uhr: So, jetzt war ich tatsächlich noch abends tanzen und mich hat ja fast der Schlag getroffen, als ich die Haustür geöffnet habe! 14 Grad Celsius! Mitte Februar. 
Überall auf den Grünstreifen habe ich gerade auf der Rückfahrt nach Hause Krokusse gesehen. 
Bilde ich mir das ein oder ist das viel zu früh im Jahr?

Jedenfalls habe ich durch die abendliche Fahrt hin und zurück tatsächlich noch mein Hörbuch zuende gehört und insofern war dies ein spezieller Lesesonntag: Ohne ein Buch, dafür mit einem einzigen Hörbuch - dieses aber dafür komplett.

Mit dem Ende bin ich auch halbwegs versöhnt, auch wenn ich feststellen musste, dass der Plot nur deswegen funktioniert, weil Nora, die Hauptfigur, nicht wirklich die hellste ist. 

Kleines Beispiel? 
Oh, der Tee schmeckt bitter, obwohl ganz viel Zucker drin ist. Egal, trinke ich trotzdem. Auch wenn er mir gerade von einer DER Tatverdächtigen eingeschenkt worden ist. Und ich eigentlich keinen Tee mag. Aber es ist wichtig für den Fortgang der Geschichte...😒
Man ahnt, wie das weitergeht...


Da die Autorin aber selbst diese "Dummheiten" und Unüberlegtheiten ihrer Heldin thematisiert, macht dies Nora (und auch die Autorin) schon wieder sympathisch und irgendwie auch realistisch. Nicht jeder denkt halt drei Straßen weiter.

Ins Bett nehme ich jetzt die Hörspielreihe der Romane von Cody McFadyen, die ich vor Kurzem entdeckt habe.
Mit seinen Büchern bin ich ja gar nicht klar gekommen, da ich diese unglaublich brutal finden, aber die Hörspielreihe mit Katy Karrenbauer als Ermittlerin finde ich großartig gemacht.

Die meisten kennen sie sicher noch als lesbische "Walther" aus der Frauengefängnisserie "Hinter Gittern", die in den 90ern im Fernsehen lief .

Als Hörspielsprecherin ist sie der Hammer und ich frage mich, wieso sie mit der Stimme nicht noch viel mehr Hörspiele oder Hörbücher bespricht.
Dabei ist sie nicht nur überzeugend als harte Ermittlerin, sondern auch die liebevolle Adoptivmutter oder die verletztliche Geliebte.

Die brutalen Szenen kann ich da mit ihr als akkustischer Begleitung eher verzeihen.

In diesem Sinne: Schlaft gut.




Kommentare:

  1. Ah ja, "Bones". Ich habe die Serie auch sehr gern geschaut; lustigerweise war sie häufig an während ich zu Abend aß. :)

    Bei uns war das Wetter auch nicht gut mit dem Ergebnis, dass dann, wenn die Sonne mal rauskam, ich gegen den Impuls ankämpfen musste, mich wie der Kater - natürlich in der Wohnung - in die Sonnenstrahlen "zu werfen" und liegen zu bleiben. Ich bin stattdessen in einen anderen Sessel umgezogen. *g*

    Ich hoffe, Deine Kopfschmerzen lassen nach!

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    1. @ Natira

      "Bones" beim Essen? Das spricht für einen guten Magen *lach*
      Hast Du auch mal was von Kathy Reichs gelesen?

      Ansonsten sind die Kopfschmerzen ein wenig besser geworden. Danke. So komme ich mit meinem Hörbuch voran. :o)

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    2. Ich freue mich zu lesen, dass die Kopfschmerzen nachgelassen haben. Und dass Du mit dem Hörbuch so vorangekommen bist!

      Apfelmarmelade klingt gut, aber mir wäre die Geamtkombination vermutlich jetzt doch zu "winterlich". Vermutlich hätte ich einfach so Apfelkompott/Apfelmus eingekocht, wenn ich wüsste, wie es geht und ich dazu Lust hätte. *g*

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  2. Bei uns war es in der vergangenen Woche ziemlich aprilig. Lustigerweise hatten wir relativ viel Sonnenschein und trotzdem habe ich es geschafft mich mehrfach nassregnen zu lassen, weil es prompt dann anfing zu schütten, wenn ich gerade den Fuß vor die Tür gesetzt hatte. *g*

    Ich hoffe, deine Kopfschmerzen so langsam mal besser. Das Wetter ist dafür ja wirklich nicht gerade günstig, ansonsten kommen die bei mir häufig von Verspannungen und dagegen kann man ja andehnen - wenn man sich denn aufraffen kann. ;)

    Männer ... ich glaube es gab noch keinen einzigen männlichen Teilnehmer bei meinen Lesetagen.

    Hab einen schönen und erholsamen Lesetag! :)

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    1. @ Konstanze

      Da gibt es bestimmt eine spezielle Wolke, die darauf lauert, dass Du das Haus verlässt. *lach* Aber das härtet ab. Andere gehen dafür in die Sauna und zahlen viel Geld.

      Eigentlich seltsam, dass ein Großteil der Buchblogger weiblich ist. Oder fast alle? Ich unterstelle mal, dass Männer auch lesen. Aber sie reden wohl nicht so gern darüber...

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    2. Deine "Marmelade" klingt nach der perfekten Füllung für einen Hefezopf. :D

      Das Gefühl habe ich schon seit Jahren, wobei ich damit ja eigentlich ein Problem habe - Regen ist mir normalerweise lieber als Sonnenschein. Nur bei den stürmischen Winden ist es gerade etwas lästig, weil man keinen Regenschirm nutzen kann und wenn man durch und durch nassgeregnet ist, macht es wenig Spaß ein paar Stunden durch die Stadt zu düsen oder im Café zu sitzen oder ähnliches. ;)

      Es gibt so einige männliche Buchblogger, aber viele davon lesen ganz andere Sachen als ich und grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass sie an solchen "entspannten gemeinsamen Aktionen" wenig Interesse haben.

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    3. @ Konstanze

      Stimmt, einen Hefezopf hätte ich auch machen können. Aber dafür fehlt mir gerade die Hefe. Und ich esse sehr gern Marmelade. Also hier verkommt nichts. ;)

      Es gibt wirklich männliche Buchblogger? Da muss ich mich mal auf die Suche machen. Vielleicht kann man sie ja dann fragen, wie sie ihre Sonntage verbringen.*lach*

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    4. Dank Trockenhefe habe ich die eigentlich immer im Haus - ich finde es spannend, was für mich ein fester Bestandteil des Lebensmittelsvorrats ist und für andere nicht. :D

      Und ja, gibt es! Einer davon macht sogar bei meiner Sachbuch-Challenge mit, über andere stolpere ich regelmäßig über Twitter - grundsätzlich muss ich aber zugeben, dass mich persönlich ihre Lektüre in der Regel wenig interessiert (wenn ich mal von Darkstar absehen, dem ich schon seit sehr vielen Jahren folge). ;)

      Schön, dass du - trotz der nicht so ganz glaubwürdigen Handlung Spaß mit deinem Hörbuch hattest und es sogar an einem Tag vollständig hören konntest! :)

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