Samstag, 25. Oktober 2014

Wegen eines Trauerfalls

wird es für einige Zeit hier etwas ruhiger sein. 
Ich bitte um Verständnis.

http://www.trauern-warum-allein.de/trauernwarumallein/1-Startseite/Karten-Gutheil-2013/Internet-In-stiller-Trauer.jpg


Gekämpft hast du alleine,
gehofft haben wir gemeinsam,
verloren haben wir alle.

Freitag, 10. Oktober 2014

REZENSION: Zarte Landung

Titel: Zarte Landung
Autorin: Emma Donoghue
Seiten: 424
Verlag: Krug & Schadenberg



Kurzinhalt:
Auf einem Flug von Kanada nach London lernt die 25jährige Jude die exotische Flugbegleiterin Sile kennen.

Beide Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Es trennen sie nicht nur tausende Kilometer, sondern auch völlig unterschiedliche Leben.

Dennoch verlieben sich beide ineinander.



Meine Meinung:

Wie die beiden Königskinder in dem bekannten Volkslied, können die Protagonistinnen nicht zueinander kommen. Auch hier trennt sie ein tiefes Wasser, doch es sind weniger missgünstige Menschen, die die beiden voneinander fern halten, als der ganz normale Alltag, in den jede involviert ist.

Sile ist als Flugbegleiterin ständig unterwegs und hat für ihr Handy als omnipräsenten Begleiter sogar einen Namen (Gizmo). Jude führt ein kleines Museum in Ontario. Die tiefe Verwurzelung mit der Geschichte ihres kleinen Heimatortes zeigt sich nicht nur in der Tatsache, dass sie im Prinzip noch nie eine Mail geschrieben hat. Die Uhren ticken hier anders als im hippen Dublin.

Kann das funktionieren?

Bis dies beantwortet wird, habe ich während des Lesens mit den beiden gelitten.
Und damit zeigt sich schon eine Stärke der Autorin: die Klaviatur der Gefühle nur mit Worten derart virtuos zu bedienen, dass ich immer wieder mit dem Lesen aufhören musste. Man leidet mit den Protagonistinnen, fühlt die Entfernung zwischen beiden fast schmerzhaft körperlich.

Da werden über tausende Kilometer hinweg werden Briefe getauscht, irgendwann auch Mails geschrieben, Telefonate geführt.
Was zunächst banal, ja fast langatmig wirkt, wirft irgendwann immer lauter die Frage auf:
Reicht das alles, um die Gefühle füreinander wirklich lebendig zu halten?
Oder bedeutet physische Entfernung nicht irgendwann auch tatsächliche Entfernung voneinander?

Und kann es überhaupt Liebe sein, wenn man sich eigentlich fast nie sieht und das eigene Leben im Prinzip allein lebt?

Je mehr das Buch auf diese Fragen zutreibt, umso mehr denkt man darüber nach, ob es für solch eine Entfernung überhaupt eine Lösung geben kann. Denn was beutetet es letztlich für einen Menschen, komplett aus seinem gewohnten Umfeld gerissen zu werden, nicht nur die Stadt, sondern das Land, den Kontinent zu verlassen und damit alles, was einem lieb ist – um zu der einen zu ziehen, die einem lieb ist?

Kann es diese Lösung wirklich geben? Oder wird die titelgebende „Zarte Landung“ damit nicht zum Absturz?



Fazit:
Hier wird die Liebe in allen Facetten gezeigt: dem ersten Kennenlernen, der Sehnsucht, dem Verlangen, dem Schmerz. Und auch den Entscheidungen, die man manchmal treffen muss.
Liebe - herrlich normal, obwohl eigentlich nichts normal ist. Bis die Protagonistinnen ihre eigene Lösung finden.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Kindle unlimited

AMAZON startet jetzt auch mit einer EBOOK-Flatrate für 9,99 Euro/ Monat durch.



Hier nachzulesen: Kindle unlimited


Erste Meinungen dazu: HIER und HIER

Zudem einen Vergleich zwischen Amazon unlimited, Skoobe und Readfy bei SPIEGEL ONLINE.

Was haltet Ihr davon?? Habt Ihr schon Erfahrungen mit solchen Flats?

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Edit (08.10.2014): Im Deutschlandradio habe ich ja einen ganz bösen Kommentar gehört, wonach es bei der Flatrate nur Billig-Bücher, solche vom Grabbeltisch oder von unbekannten Autoren gäbe.

Ich habe mal ein bisschen gesurft, eine Übersicht über die Bücher der Flatrate gibt's hier. 
Insgesamt über 700.000 Titel, davon aber nur 40.000 auf Deutsch.
30.000 der deutschen Titel sind Exklusivtitel, die es nur bei AMAZON gibt ( böse Zungen sagen auch: billig).

Freitag, 26. September 2014

REZENSION: Aufgebügelt

Autorin: Susanne Fröhlich
Titel: Aufgebügelt
Seiten: 288
Verlag: Krüger


Kurzinhalt:

Andrea ist mit Ende vierzig wieder Single, lebt jedoch weiter mit Ex-Schwiegervater Rudi und den beiden fast erwachsenden Kindern zusammen.
Während der Sohn Tütchen raucht und die Tochter sich bereits als adlige Frau von und zu sieht, versuchen Rudi und seine neue Flamme einige Anregungen aus "Shades of Grey".
In all dem Chaos versucht Andrea sich darüber klar zu werden, was sie für sich und ihre Zukunft will und das heißt vor allem: Ran an die Männer, die noch übrig sind.


Meine Meinung:

Dies ist der siebte Band aus der Serie um Andrea Schnidt und ihre Familie und ich habe sie alle gelesen.

Waren die ersten noch schreiend komisch, ging mir irgendwann nur noch ihr furchtbarer Mann auf die Nerven und ich wurde von Seite zu Seite nur noch von der Frage verfolgt, warum sie diesen blöden Typen nicht endlich verlässt.

Nun, das hat sie mittlerweile getan (ja, ja, jaaaaa!) und sieht sich damit nicht nur den Wechseljahren, sondern auch der damit einhergehenden Unsichtbarkeit gegenüber, die frau mit zunehmenden Alter erfährt.

Während der Ex natürlich schon mit einer sehr viel jüngeren Dame verbandelt und scheinbar glücklich ist.

Das finden einige Rezensenten deprimierend, aber seien wir doch mal ehrlich: das ist die Realität! Lothar Matthäus macht es mit seiner 5. Heirat gerade wieder vor: sobald die Damen älter werden, werden sie ausgetauscht, egal wie alt oder dumm der Kerl ist.
Und der findet immer welche!

Es ist sicher ein Verdienst von Sabine Fröhlich, dass sie sich (und ihr Alter ego Andrea) mit diesen Wahrheiten schonungslos konfrontiert (nicht umsonst hat sie auch Bücher wie Moppel-Ich: Der Kampf mit den Pfunden oder Runzel-Ich: Wer schön sein will ... geschrieben).

Wir werden nunmal älter und das bringt neue Überlegungen und Entscheidungen mit sich.
Insofern denkt auch Andrea im Buch immer wieder über die Frage nach: Lieber einen Mann, der einen unglücklich macht als gar keinen Mann?

Diese Frage wird sicher jede(r) unterschiedlich beantworten.

Aber Andrea versucht zumindest, die anderen Männer um sie herum wahrzunehmen, auch wenn da (typischer Susanne Fröhlich-Humor) einige echte Granaten dabei sind, die den Ex-Mann schon wieder in einem ganz anderen Licht erschienen lassen.


Fazit:

Ehrlich, unterhaltsam, wenn auch manchmal vorhersehbar und mit Längen.


Mittwoch, 24. September 2014

REZENSION: Schultheater

Titel: Schultheater: Ein Fall für Tannenberg (Kriminalromane im GMEINER-Verlag)


Autor:  Bernd Franzinger
Seiten: 310
Verlag: GMEINER



Kurzinhalt:

Auf der Lehrertoilette einer Schule wird eine Lehrerin am letzten Schultag vor den Sommerferien eingeschlossen und stirbt qualvoll.
Vorher hat sie noch mit Kollegen ihrer Schule ein Theaterstück geprobt, ist jedoch mit diesen in Streit geraten.
Ein Motiv?



Meine Meinung:

Auweia. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Zunächst mal impliziert der Untertitel "Ein Fall für Tannenberg" ja bereits, dass besagter Ermittler offenbar schon durch mehrere Romnae kriminalistisch gestapft ist.
Meiner Recherche nach durch zwölf, wobei dies der erste Fall war, den ich von ihm sowie dem Autor gelesen habe.

Entsprechend Probleme hatte ich schon mit einigen Figurenkonstellationen. Da wird ein weiterer Kommissar im Präsidium regelrecht gemobbt und man weiß nicht wieso. Da gibt es offenbar noch weitere Verbandelungen, die nicht deutlich werden, wenn man die anderen Bücher nicht kennt und somit dieses bereits schwer nachvollziehbar machen.

Was bleibt, ist der aktuelle Fall, der im Schulmilieu spielt.
Eigentlich ein dankbarer Plot, der jedoch vom Autor vor allem dafür verwendet wird, um auf den Lehrern im Allgemeinen und der Gesamtschule im Besonderen herumzuhacken.

Was sage ich?
Ein regelrechtes Pamphlet zu verfassen! So dass man sich letztlich fragt, ob man nicht letztlich eine Schulkritik in den Händen hält, die nur noch als Krimi getarnt ist.

Dabei werden sämtliche Klischees aufgefahren, die es nur gibt: Lehrer sind mittags zuhause, suhlen sich in ihrem Reichtum, weigern sich Arbeit zu machen, die über ihre vereinbarte Stundenzahl hinaus geht und halten alle schön zusammen, damit sich daran auch nichts ändert.

Die Gesamtschule wird als Gleichmacheranstalt diskreditiert, wobei gern noch Rückgriffe auf das DDR-Schulsystem herangeführt werden und letztlich sogar noch die RAF und der BND eine Rolle spielen.

Irgendwann setzt beim Lesen einfach nur noch Fremdschämen ein.

Der Fall als solcher ist auch einfach nur an den Haaren herbeigezogen, so habe ich mich bis zum Schluss gefragt, wieso jemand auf Toilette geht und den Schlüssel AUßEN stecken lässt?

Fazit:

Ärgerliche Zeitverschwendung.


Sonntag, 21. September 2014

REZENSION: Die Zauberer (Hörbuch)

Titel:           Die Zauberer (Die Zauberer 1)
Autor:         Michael Peinkofer
Länge:         8 CDs, 605 min.
Sprecher:    Johannes Steck



Kurzinhalt:

Mit den Elfen Allanah und Aldur sowie dem Menschen Granock kommen drei völlig unterschiedliche Novizen nach Shakara, um sich zu Zauberern ausbilden zu lassen.

Vor allem Grannock ruft Widerstand nicht nur bei den elfischen Novizen hervor, da er als erster Mensch eine Zaubererausbildung durchlaufen soll.

Meine Meinung:

Mit dem Hype um "Herr der Ringe" sind zahlreiche Bücher erschienen, die sich aufeinmal mit Elfen, Orks und anderen Gestalten beschäftigten.

Peinkofers "Zauberer" lagen schon ewig bei mir herum, ohne dass ich je reingehört hätte, da man automatisch mit Tolkien zu vergleichen beginnt.

Mittlerweile hatte ich genug Abstand, um mir das Hörbuch anzuhören und es als eine gelungende Mischung aus Mittelerde und Harry Potter zu verstehen.

Während bei J.K. Rowling Hermine als "Schlammblut" von einigen "reinblütigen" Zauberschülern defamiert wird, ist es hier Grannock, der als Mensch von den Elfen Ausgrenzung erfährt.

Der Sprecher Johannes Steck liest dabei Grannocks Versuche, in der elfischen Sprache zu reden, ganz zauberhaft, so dass man den toughen, magiebegabten Menschen gleich ins Herz schließen muss. Überhaupt enthält diese Geschichte wunderbare humoristische Elemente, die man so in dieser Fantasy-Umgebung nicht vermuten würde.

Natürlich gibt es auch in dieser Schule wieder Fraktionen, die sich nicht mit dem  menschlichen Ausnahmetalent arrangieren können und solche, die diesen fördern und schützen, was zu zahlreichen internen Spannungen führt.
Eine Mischung, die auch in anderen Schulgeschichten immer funktioniert.

Einen ganz eigenen Charme hat meiner Ansicht nach bei Peinkofer die Idee, dass jeder Zaubernovize über eine ganz spezielle Fahigkeit verfügt, die nur/er sie hat, und in der Zusammenarbeit mit anderen NovizInnen kombiniert werden kann.Was (man ahnt es schon) zu interessanten Koalitionen führt.

Letztlich müssen sich alle drei Novizen einer weitaus größeren Gefahr stellen, als sie sich vorstellen können und sie hinaus in eine Welt voller Orks, Elfen und Zauberer führt. Und damit den Weg für zwei Nachfolgebände bereitet.

Dass "Die Zauberer" eigentlich die Vorgeschichte zu Peinkofer Trilogie von "Die Orks" bildet, stört nicht weiter, wenn man diese vorher nicht gelesen hat.





Fazit:

Spannender und unterhaltsamer Ausflug in eine fantastische Welt voller Elfen, Orks und Menschen und sicher nicht mein letzter Peinkofer.


Montag, 15. September 2014

REZENSION: Total bedient (HÖRBUCH)

Titel: Total bedient. Ein Zimmermädchen erzählt
Autorin: Anna K.
Länge: 307 min.
Sprecherin: Cornelia Dörr




Kurzinhalt:

Anna K. arbeitete 5 Jahre als Zimmermädchen in verschiedenen Berliner Hotels und später auf einem Kreuzfahrtschiff. Ihre Erfahrungen hat sie in einem Buch zusammengefasst.

Meine Meinung:

Ich mag Sachbücher, die sich mit den verschiedensten Berufsgruppen beschäftigen. Vielleicht, weil man dann den eigenen (stressigen) Job wieder mit anderen Augen sieht.

Einige davon habe ich Euch hier schon vorgestellt. (z.B. hier und hier und hier) Nun also ein Zimmermädchen.

Ich muss gestehen, ich habe eine halbe Ewigkeit gebraucht, um dieses Hörbuch zuende zu hören. Ich bin permanent eingeschlafen. Ich weiß nicht, ob es an der Stimme der Erzählerin lag oder an den wenig überraschenden Geschichten.

Denn das waren sie: Wenig überraschend. Eben das, was man erwarten würde, was ein Zimmermädchen so vorfindet.

Natürlich waren auch einige "Knaller" dabei, bei denen man sich denkt, wie kann man sich im Hotel nur so benehmen? Aber irgendwie war ich auch nicht wirklich überrascht. Da hat man von einigen Hotelaufenthalten so mancher stars schon ganz anderes gehört.

Irgendwie habe ich nicht wirklich den Einblick in diese Berufsgruppe bekommen, den ich mir erhofft hatte.

Das einzige, was wirklich für mich erschreckend war, war ihre Zeit auf dem Kreuzfahrtschiff, in der sie im Prinzip rund um die Uhr gearbeitet hat und sonst unsichtbar zu sein hatte, während sie sich mit einer Kollegin ein Etagenbett in einer Minikabine über mehrere Monate teilen musste. Da bekommt man schon leicht klaustrophobische Vorstellungen.

Aber auch hier scheinen ihre Erlebnisse vor allem ihren jeweiligen Vorgesetzten geschuldet zu sein, als dem Beruf als solches.

Und sonst? Öde. Und ganz sicher nicht, wie auf dem Cover angekündigt: "komisch, skurril und oftmals ungeheuerlich."

Fazit:

Nicht der erhoffte Einblick ins Hotelleben.