Samstag, 28. Februar 2015

Filmempfehlung: 52 Tuesdays


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Wow, gestern habe ich bei der L-Film-Nacht (ein Filmevent speziell für lesbische Frauen in Großstädten an jedem letzten Freitag im Monat) mit 52 Tuesdays einen unglaublich bewegenden Film im Kino gesehen, bei dem das gesamte Publikum völlig ergriffen sitzen blieb, als schon der Abspann längst vorbei und das Licht wieder angegangen war.

Das habe ich so auch noch nie erlebt. Selbst meine Begleiterin, die schon vor dem Film extrem müde war, drängte nicht auf sofortigen Aufbruch, sondern starrte immer noch völlig bewegt nach vorn.

Es geht um eine Mutter-Tochter-Beziehung, die auf eine harte Probe gestellt wird, als die Mutter sich endlich traut, sich zu ihrer Transsexualität zu bekennen und eine Geschlechtsangleichung vornimmt. Während die Tochter ihre eigene Sexualität entdeckt und dabei auf Abwege gerät, um für ihre Mutter, die nun so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, "sichtbar" zu bleiben.























Auch wenn Ihr nicht, wie ich, Berührungspunkte mit der LGBTI-Szene habt (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender/Transsexual and Intersexed), so kann ich diesen Film wirklich nur empfehlen, der letztes Jahr auch auf der Berlinale lief und einiges an Preisen abgeräumt hat.

Vor allem die beiden Hauptdarstellerinnen waren großartig! Man hatte mehr den Eindruck Teil einer Dokumentation zu sein und vergaß völlig, dass es sich hier um Schaupsielerinnen handelte.

Wie jetzt auch "Boyhood" wurde dieser über einen längeren Zeitraum gedreht (jeden Dienstag ein Jahr lang) und spielt auch genau zu dieser Zeit.
Da Mutter und Tochter sich während der Zeit der Geschlechtsangleichung nur noch dienstags sehen.

Interessanterweise wurde das Drehbuch auch immer erst in der Woche davor geschrieben. Das heißt, bis zum Schluss wusste niemand, wie der Film ausgeht.

Großartig!

Also, wenn Ihr irgendwie die Möglichkeit habt: ANSEHEN!




Sonntag, 22. Februar 2015

REZENSION: Die Auswahl (Hörbuch)

Titel: Die Auswahl (Cassia & Ky 1)
Autorin: Ally Condy
Länge: 5 CDs, 370 Minuten

Sprecherin:  Josefine Preuß


Kurzinhalt:

Cassia lebt in einer (zukünftigen) Welt, in der alles vorgegeben ist: Was man liest, was man isst, wie lange man lebt, wen man heiratet.
Als sie bei der "Paarungszeromonie" erfahren soll, wer mit 21 ihr zukünftiger Partner sein wird, unterläuft dem "System" ein Fehler. Gleich 2 Jungen erscheinen auf dem ihr zur Verfügung gestelltem Mikrochip: ihr bester Freund Xander sowie Ky, den sie ebenfalls von Kindesbeinen an kennt.

Meine Meinung:

Seit den "Tributen von Panem" bin ich im Dystopie-Fieber und habe mit "Die Auswahl" nun eine neue Trilogie begonnen.

Die Vorstellung von einem perfekt durchgeplanten Leben, in dem der Einzelne eben nicht mehr die Möglichkeit der "Auswahl" hat, erscheint mehr als schockierend.
Mich hat dabei vor allem der Handlungsstrang besonders erschüttert, in dem deutlich wurde, dass selbst die Lebenszeit vom "System" vorgegeben ist, die in dieser Welt mit 80 Jahren als vollendet gilt.

Die Jugendlichen rund um Cassia werden perfekt indoktriniert und auf das System eingeschworen. Es laufen immer die gleichen Filme, es gibt nur noch 100 Lieder, 100 Gedichte, die überhaupt noch gelesen werden dürfen. Alles andere wurde vernichtet. Doch Cassias Großvater hinterlässt mit seinem Ableben an seinem 80. Geburtstag seiner Enkelin ein Gedicht, das nicht in diesen Kanon gehört.

Wie dieses Cassia zum Nachdenken bringen, welche Macht Worte haben können, diese Beschreibung ist der Autorin ganz großartig gelungen.
Hinterfragte das Mädchen das "System" vorher nicht, bringen der Fehler im Mikrochip sowie die aufrüttelnden Worte des Gedichts sie zum Nachdenken.

Es ist wie eine Warnung, als die Bäume im Umkreis gefällt werden und Cassias Mutter bemerkt: Sie seien nicht richtig gerade gewachsen und würden zuviel Laub abwerfen.

Tatsächlich sind diese Bäume eine Metapher auf die Gefahr, in der Cassia nun ist, da sie eben nicht mehr in das System "passt".

Eine Gefahr, die durch die allgegenwärtigen "Funktionäre", Handlanger des Systems, überdeutlich wird.

Weniger überzeugen konnte mich dagegen die Liebesgeschichte zwischen Cassia und Ky. Diese bleibt seltsam nüchtern und wenig greifbar.
Und es bleibt bis zum Schluss die Frage offen, wie in so einem perfekt organisiertem "System" solch ein Fehler überhaupt unterlaufen konnte. Dass da mehr dahinter steckt wird angedeutet und hoffentlich in den Folgebänden aufgeklärt.

 

Fazit:

Erschreckender Auftakt zu einer Dystopie - mit leider wenig überzeugender Liebesgeschichte.

Donnerstag, 19. Februar 2015

REZENSION: Dezembersturm (Hörbuch)

Titel:  Dezembersturm: 1. Teil der Trilogie.
Autoren: Iny Lorentz
Sprecherin: Anne Moll
Länge: 6 CDs, 403 Minuten

Kurzinhalt:

Die 15jährige Lore lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Großvater auf einem Gut in Ostpreußen.
Um sie vor seinem erbschleichenden Neffen zu beschützen, verschifft er Lore kurzerhand nach Amerika. Doch das Schiff kommt in einen Sturm.



Meine Meinung:

Wer schon einiges von Iny Lorentz gelesen hat, kennt das Schema:
Mädchen in irgendeinem historischen Kontext erlebt so ziemlich sämtliche Gräuel, die man sich vorstellen kann, um nach einigen Wirren und Verwicklungen schließlich doch noch sein wohlverdientes Glück am Ende zu finden.

Diesmal geht es also um Lore, nur dass das Autorenduo seinen Stoff mal nicht ins Mittelalter, sondern ins späte 19. Jahrhundert verlegt hat. Das ist vielleicht auch der Grund, warum diese Protagonistin mal keine Vergewaltigung erleben muss, wie dies oft in den Iny-Lorentz-Büchern der Fall ist, dafür wirft man sie in andere Katastrophen, wie etwas gleich 2(!) Schiffsuntergänge.

Ein Wunder, dass sie nicht gleich auf der Titanic war (aber die kam ja zeitlich erst später).

Mir war das jedenfalls zu doof.
Ein Schiffsuntergang mag ja noch angehen, aber gleich zwei? Da scheinen selbst Iny Lorentz die Ideen ausgegangen zu sein.
Als gäbe es keine anderen Katastrophen, die frau bewältigen könnte (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis... aber vielleicht kommen die ja in den anderen beiden Teilen der Trilogie vor, da sie schon solch malerische Namen wie "Aprilgewitter" und "Juliregen" haben).

Dazu mal wieder das Phänomen, dass an jedem Ort der Welt frau natürlich auf ihre Widersacher trifft - die Welt ist eben ein Dorf und bei Iny Lorentz lauern die Bösewichte an jeder Ecke. Klischeehafte Figuren sind am einfachsten zu beschreiben.

Ich fand's die ganze Geschichte einfach nur öde. Besonders vermisst habe ich auch den historischen Kontext. Ostpreußen, das späte 19. Jahrhundert spielten kaum eine Rolle, höchstens im Thema "Vormund" für ein minderjähriges  Mädchen.

Anne Moll versucht als versierte Sprecherin von Iny-Lorentz-Romanen der Geschichte zwar etwas mehr Leben einzuhauchen. Und sie versteht es gut, den verschiedenen Charakteren eigene Stimmen zu verleihen.
Aber wo nichts ist, kann auch sie nichts mehr rausreißen.

Fazit:

Wenig spannender Auftakt einer Trilogie. Muss man nicht lesen / hören.


Dienstag, 17. Februar 2015

REZENSION: Die Nächste, bitte (Hörbuch)

Endlich kann ich mit einer Rezension in die Hörbuchchallenge von Ariana einsteigen. Dieses Jahr hatte ich irgendwie etwas Pech mit der Auswahl meiner Hörbücher. Obwohl ich mir einige vorgenommen hatte, konnte mich keines so recht überzeugen, so dass ich auch keines zu Ende gehört habe. Manchmal hilft  dann etwas "seichte Literatur" und so nahm ich mir "Die Nächste, bitte" mit aus der Bibliothek.

Titel: Die Nächste, bitte! (5 CDs)
Autorin: Mia Morgowski
Sprecher: Solveig Duda, Florian Fischer
Länge: 5 CDs,  335 Minuten

Kurzinhalt:

Der praktische Arzt Dr. Paul Rosen ist genervt. So richtig geht es mit seiner Karriere nicht voran, in seiner Praxis sitzen nur gelangweilte Hausfrauen sowie seine dragonische Sprechstundenhilfe, mit der er offenbar in gesitiger Umnachtung ein Verhältnis angefangen hat. Und sein Vater, ebenfalls Arzt, schleicht auch immer wieder darin herum und gibt seinen Senf dazu.

Als Dr. Rosen die Möglichkeit erhält, Arzt in einer Schönheitsklinik in Genf zu werden, ergreift er die Gelegenheit beim Schopfe und fliegt zum Bewerbungsgespräch. Eine Einstellungsbedingung ist, dass er verheiratet sein soll, um bei all den schönen Frauen nicht in Versuchung zu geraten.

Gut, dass seine Patientin Nella zufällig auch gerade mit im Flugzeug nach Genf sitzt.


Meine Meinung:

Das Hörbuch wird abwechselnd von Solveig Duda und Florian Fischer gelesen. Erstere verkörpert dabei Nella, Florian Fischer Dr. Rosen. Der Sprecherwechsel wird jeweils durch schlimmste Fahrstuhlmusik angekündigt und hat irgendwann nur noch genervt.

Florian Fischer liest so sehr gelangweilt, so dass ich mich die ganze Zeit fragte, wieso so jemand für ein Hörbuch engagiert wird.
Bis ich dann seinen Schweizer Slang für den Schweizer Schönheitsarzt Dr. Schümli hörte, den er wirklich unglaublich gut drauf hat und einfach nur lustig ist.

Solveig Duda musste sich damit rumschlagen, dass die Autorin Nellas Part tagebuchartig angelegt hat.
Man kennt es von Bridget Jones: 12 Uhr - steige in Flugzeug. 12.05 Uhr - sitze neben äußerst schlecht riechendem Herrn usw.

Was bei Bridget Jones aber noch innovativ wirkte, erscheint bei dieser Geschichte einfach lächerlich, da es äußerst fragwürdig ist, dass eine Frau minütlich Notizen vornimmt, wenn sie etwa gerade S.e.x hat oder mit vier anderen im Restaurant sitzt.

Inhaltlich weist die Geschichte einige nette Begebenheiten auf (sehr schön etwa, was man mit dem Namen "Rosen" alles machen kann, den Dr. Schümli anfangs penetrant kreativ verlängert: Rosentrauch, Rosenbaum, Rosenzweig, Rosenbusch....), auch wenn alles irgendwie so schonmal da  gewesen ist und mich jetzt nicht unbedingt vom Hocker gerissen hat.

Auch die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Dr. Reichen und Nella ist kaum nachzuvollziehen, dafür bleiben die Figuren zu flach.

Fazit:

War das richtige, um eine längere Autofahrt zu überbrücken. Man muss sich nicht allzusehr konzentrieren, allerdings kämpfte ich irgendwann auch mit zufallenden Augen am Steuer.




Sonntag, 15. Februar 2015

Nun bin ich schon seit einer Woche wieder aus dem Urlaub zurück und habe noch gar nichts geschrieben, was ein wenig daran lag, dass meine Erkältung irgendwie mit voller Wucht wiedergekommen ist (ich habe noch nie erlebt, dass mein Chef mich freiwillig fragt, warum ich so schlecht aussehe- also muss ich ECHT krank sein!).

Außerdem haben sich meine Rückenbeschwerden vom Dezember mittlerweile als Bandscheibenvorfall herausgestellt, was mir wahrscheinlich auch nicht gerade einen glücklichen Ausdruck ins Gesicht zaubert.

Dafür hatte ich gestern einen wirklich schönen und sonnigen Valentinstag und durfte zum ersten Mal seit über 30 Jahren wieder auf einem Pferd sitzen.
Ganz rückenschonend-ich-bin-40-soft natürlich. :o))



Später am Tag habe ich mich an der Hello-Fresh-Valentinstags-Quiche versucht (Rezept hier), wobei ich ja fast einen Anfall bekommen habe!

Es ist ja wirklich nett von den Machern gedacht, an solch einem Tag Gemüse in "Rosenform" zu legen.
Aber hat auch jemand sich mal überlegt, dass man spätestens nach 10 Minuten eine Krise bekommt, wenn das Gemüse nicht so liegen bleibt, wie es laut Anleitung gedacht ist, da frau ja eigentlich an so einem Tag ENTSPANNT UND SCHÖN sein möchte und nicht schweißgebadet darüber nachdenken, doch lieber beim Sushi-Dealer anzurufen?

Mit Hilfe habe ich es dann irgendwie geschafft und vielleicht war das ja der Plan der Hello-Fresh-Macher: Dass man ZU ZWEIT an dem Gericht bastelt.
Nächstes Mal aber vielleicht doch lieber etwas weniger Gemüse-Origami! Manche Leute kochen nämlich ALLEINE!!
Und so ganz optimal ist die Form nicht gelungen, wie ihr auf dem Foto sehen könnt. Aber geschmeckt hat's trotzdem. :o))


Heute hat mich das Wetter dann motiviert, mich aus meiner (eigentlich geplanten) Leseecke zu bewegen und meinen Balkon schon ein wenig vom Winter zu befreien.
Ich hoffe, Ihr hattet auch so tolle Sonne!

Tatsächlich wagen sich schon ein paar Spitzen GRÜN aus einigen Töpfen.
Von mir aus kann der Frühling kommen!



Sonntag, 8. Februar 2015

Auch wenn die wunderbare Zeit mit Lesen am Kamin vorbei ist, habt Ihr Recht behalten und diese eine Woche mit mir und meinen Gedanken hat mir unglaublich gut getan und mich zu einigen neuen Erkenntnissen und Einsichten geführt.



Eine davon ist, dass ich solche Einsiedler-Wochen öfters machen sollte. Andere gehen dafür ins Kloster und bezahlen viel Geld... ;)



Aber da könnte ich nicht so gemütlich lesen und Hörbuchhören und das habe ich in den letzten Tagen auch und kann Euch hier bald wieder neue Rezensionen vorstellen.

Wünsch Euch eine schöne Woche!




Dienstag, 3. Februar 2015

Wie gewünscht, hier nun noch weitere Bilder aus meinem derzeitigen Urlaubsdomizil.
Vor allem fasziniert mich derzeit das hiesige Wetter!

Gestern hing diese dicke Wolke über mir, während vor und hinter mir die Sonne schien. Zwei Minuten, nachdem ich das Bild gemacht habe, fing es wie verrückt an zu hageln und ich hatte Sorge, ein unfreiwilliges Gesichtspiercing zu erhalten.

Und so ist es hier oft. Schaut man nach rechts: Dicke Wolken. Nach links: schönster Sonnenschein. Das erschwert manchmal etwas die Klamottenauswahl. :o))

Wobei ich Natira ja sehr dankbar bin, vor meiner Abfahrt noch den Begriff "Regenhose" reingebracht zu haben. Da ich so eine nicht besitze, habe ich stattdessen eine Schneehose eingepackt. Und das stellte sich als weise Entscheidung heraus, als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute:

Ja, ich bin immer noch an der Ostsee, wie man an dem "Strandzugang-Schild" erkennt. :o))

Eigentlich wollte mich ja heute eine gute Freundin besuchen, die gerade zufällig in der Nähe ist, aber das haben wir dann doch erstmal verschoben. - und sie hat sich nach langem Hin und Her am späten Nachmittag wirklich noch zu mir durchgekämpft, worüber ich mich sehr gefreut habe (denn sie hätte wahlweise auch nach Berlin fahren können).
Wir haben dann noch einen nächtlichen Spaziergang an der Ostsee gemacht, während es schneite. Das hatte schon was. :o))
  

Denn nun ist der Winter also auch hier eingezogen und ich bin froh, meinen Mammut-20km-Spaziergang schon gestern absolviert zu haben!

Ähnlich wie das Wetter sind hier übrigens auch meine Stimmungen. Ich bin wirklich erstaunt, was mir wieder so in den Sinn kommt, seit ich hier bin und Zeit zum Nachdenken und für Erinnnerungen habe. Und was man im Alltag offenbar so verdrängt/vergisst.

Ob das positiv oder negativ ist? Auf jeden Fall das, was ich gewollt habe, als ich zuhause losfuhr. Jetzt muss man das nur aushalten können.

So, jetzt muss ich aber erstmal mein Auto frei schaufeln suchen.