Sonntag, 17. Mai 2020

Lesesonntag im Mai - 17.05.2020

15.30 Uhr: Nachdem ich die letzten Lesesonntage nicht wirklich zum Lesen genutzt habe, bin ich heute Mal umgekehrt an die Sache herangegangen. Und habe ERST gelesen und verfasse jetzt mal einen Post, auch wenn es schon nachmittags ist.

Aber irgendwie habe ich das Gefühl, das ganze parallele Post-Geschreibe und -Gelese lenkt mich doch sehr vom eigentlichen Lesen ab.

Ich bin ohnehin jemand, die dazu neigt, immer mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Das ist auf Dauer nicht gut für meinen Kopf, wie ich langsam an einer gewissen Grunderschöpfung merke.
Selbst mein Handy ist daher seit gestern bereits im Flugmodus, was ich sehr genieße und wirklich viel häufiger tun sollte. (Danke S., dass Du mir diesbezüglich mal wieder den Kopf gewaschen hast.)
Diese ganzen Corona-Nachrichten und alles, was damit zusammen hängt, mag ich ohnehin schon gar nicht mehr lesen. Und auf Dauer stresst mich auch diese ständige Erreichbarkeit sehr.

Da ich mich gestern mit einer Freundin über das Stockholm-Syndrom unterhalten habe (Opfer von Gewaltverbrechen / Entführungen entwickeln positive Gefühle für den/die Täter), waren meine Morgenlektüre heute diverse Zeitungsartikel zum Thema.
Nicht gerade entspannende Lektüre zum Frühstück, aber ausreichend genug, um mir dann die Laufschuhe anzuschnallen und mich beim Joggen erstmal abzureagieren. Es ist so schrecklich, was Menschen Menschen zum Teil über Jahrzehnte antun können.

Nachdem ich mich ausreichend ausgepowert hatte, habe ich mich dem neuen Thriller von Michael Tsokos (LINK zu AMAZON) gewidmet - Deutschlands "bekanntester Rechtsmediziner" schreibt ja mittlerweile nicht nur über seine Arbeit, sondern hat nun zum zweiten Mal dem fiktiven Kollegen Paul Herzfeld einen Fall auf den Leib geschneidert (wobei diese Formulierung bei Rechtsmedizinern etwas makaber klingt, hüstl).

Als wären das nicht genug Verbrechen, habe ich auch noch in einem alten SPIEGEL über Fälle von Missbrauch im Sport gelesen. Manche Wochenenden stehen echt irgendwie unter einem großen Thema.

Danach brauchte ich erst einmal dringend einen Mittagsschlaf, während nebenbei Marzahn, mon amour: Geschichten einer Fußpflegerin (LINK zu AMAZON) als Hörbuch durch mein Schlafzimmer plätscherte.

Mal was ohne Verbrechen.

Die Autorin möge mir verzeihen, aber ich kann bei ihren Geschichten über diverse Einwohner des Stadtteils Berlin-Marzahn immer wunderbar schlafen.

Nun werde ich mir mal einen Tee machen und schauen, wie der Tag bis jetzt bei Euch gelaufen ist und dann noch ein wenig Michael Tsokos lesen.

.............................................................................................

Update 20.00 Uhr: Michael Tsokos liest sich gut nebenbei weg und so habe ich heute schon fast ein Drittel des Buches geschafft. Es stört mich nur ein wenig, dass immer wieder Bezug auf das Buch davor genommen wird (was ich nicht gelesen habe und wohl auch nicht mehr werde, da ich durch diesen 2. Band nun den Mörder/Täter schon kenne).

Aber es ist eine interessante Perspektive mal nicht so die Polizeiarbeit in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die am Sektionstisch - wobei ich als fleißige Hörerin des "Die Zeichen des Todes"-Podcasts schon den einen oder anderen Fall wiedererkenne, den Michael Tsokos selbst erlebt hat. Zum Glück war ich insofern auch magentechnisch vorbereitet.

Zwischendurch habe ich nämlich auch Abendbrot gegessen, dabei aber lieber zwei Folgen BIG BANG THEORY  (LINK zu AMAZON) gesehen.

Aber ich denke, ich werde mich noch ein wenig weiter in den Thriller von Tsokos vertiefen.

.......…...................................................................................................

Update 23.00 Uhr: Kurz vorm Schlafengehen bin ich jetzt doch auf seichtere Literatur umgestiegen und habe zur TUCHVILLA von Anne Jacobs (LINK zu AMAZON) gegriffen, die hier seit letztem Jahr schon angelesen herumlag.

So richtig gepackt hatte mich das Buch jetzt eine ganze Zeitlang nicht, da die Liebe zwischen dem Industriellensohn und dem Dienstmädchen einfach zu unglaubwürdig war, Marie zu selbstbewusst. (vor allem im Vergleich zur Greifenau-Saga, die ich vorher gelesen habe und die die damaligen Klassenunterschiede sehr viel realisitischer darstellt).

Aber jetzt zum Abend hin ist es das richtige und vielleicht lese ich es jetzt endlich mal aus.

Schlaft gut.

Kommentare:

  1. Uh, sehr entspannend klingen deine Lektüren gerade nicht - wenn man von dem Marzahn-Titel absieht. Aber das bewusste Abschalten brauche ich auch regelmäßig - ich vermute, dass dieses "ständig Sachen parallel machen - auch der Grund dafür ist, dass ich momentan eigentlich erst nach 23 Uhr in Ruhe zum Lesen komme. Was dann allerdings wieder dafür sorgt, dass ich zu wenig (oder wie in der Nacht von Donnerstag auf Freitag) gar nicht schlafe. Schön, dass bei dir das Ausschalten des Smartphones schon so viel hilft! :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Konstanze

      Ich fand Deine Idee mit dem Wecker aber ganz interessant. Vielleicht sollte ich das beim nächsten Mal auch ausprobieren.

      Löschen
    2. Ich finde das entspannend, weil ich dann keine Kapazitäten brauche, um an etwas anderes zu denken. Die Zeitspanne, die mit dem Wecker endet, ist für eine Tätigkeit (und das muss nicht unbedingt etwas konkretes wie Lesen sein, sondern kann auch einfach nur "entspannen" bedeuten) reserviert und fertig.

      Ich will mir lieber nicht vorstellen, wie das Buch beim Abendbrot wirkt ... Oo Deine Serie war vermutlich deutlich magenschonender. *g* Hab noch einen entspannenden Abend! :)

      Löschen
  2. Ein guter Plan, am Lesesonntag erst mal zu lesen und dann erst zu bloggen. Mir geht's auch so, dass ich an solchen Tagen entweder nur wenig gesprächig bin (und mich deswegen schlecht fühle, das gemeinsame Erleben gehört ja schließlich auch zu den gemeinsamen Lesetagen dazu) oder gefühlt zu viel Zeit mit dem Aktualisieren meines Beitrags und dem Mitlesen und Antworten auf Beiträge und Kommentare und zu wenig Zeit mit dem Lesen von Büchern verbringe. So versuche ich es mit einem Kompromiss und hoffe immer, dass es gut klappt.

    Bin gespannt, was du über den Tsokos-Roman sagst, ich kenne von ihm ja nur einige seiner Sachbücher, aber noch nichts Fiktives.

    Schönen Leseabend wünsche ich dir noch!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Ariana

      Ja, man verliert sich dann irgendwie auch in den Weiten des Internets, wenn man erstmal angefangen hat "drin" zu sein und ich muss mich diesbezüglich echt disziplinieren. So ein bisschen digital detox ist da gerade nicht das Schlechteste.

      Löschen
  3. Hey, guter Plan. Ich liebe es zu kommentieren, aber wenn der PC mal an ist, lass ich mich schnell ablenken und komm dann nur schwer weg. Das mit Flugmodus ist eine hervorragende Idee - diese ganzen Nachrichten und Messanger müssen manchmal einfach pausiert werden.

    Ich hatte eine absolute Krimi/Thriller-Phase und war dann immer so aufgewühlt und hab herum recherchiert. An ruhigen Sonntagn bleibe ich daher meist bei leichten Romanen. Auch wenn der Reiz der Krimis immer da ist.

    Viel Spaß noch!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Lyne

      Die ruhigen Romane habe ich im Moment eher per Hörbuch, das ist für mich dann auch immer eine gute Ausgangsbasis um einzuschlafen. Denn Du hast recht, zu aufwühlende Sachen sollte man echt nicht dauerhaft konsumieren. Ich merke z.B., dass ich keine Thriller als Hörbuch hören sollte, während ich gleichzeitig in Corona-Zeiten spazieren gehe und es völlig leer um mich herum ist. Das kann dann ein wenig gruselig werden.

      Löschen
  4. Das ist auch eine Methode, ich habe auch schon darüber nachgedacht.
    Aber eigentlich finde ich es für mich, glaube ich, ganz hilfreich, mich früh bei den anderen zu melden, sonst würde ich bestimmt bei anderen Aktivitäten versacken und dann hätte ich doch nicht richtig mitgemacht. Aber ich glaube, das Wichtigste ist es, es möglichst stressfrei für sich selbst hinzubekommen.

    Stockholm-Syndrom - da muss ich spontan an die Reemtsma-Entführung denken, dazu habe ich gerade den entsprechenden Podcast von "Die Zeit - Verbrechen" gehört und denke darüber nach, das Buch, "Im Keller" dazu bei Gelegenheit mal zu lesen.
    Wie schön, dass das joggen Dich entsprechend wieder runterholen konnte und Du damit einen guten Start in einen entspannten Lesesonntag hattest. Viel Spaß noch!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Sayuri

      Von "Im Keller" habe ich auch schon gehört, das werde ich sicher auch in naher Zukunft lesen. Aber mich wühlen diese Tatsachen-Bücher immer sehr auf und ich brauche dann immer einige Pausen dazwischen.

      Litt Reemtsma denn auch unter dem Stockholm-Syndrom? (gleich mal google.....)

      Löschen
  5. Ich praktiziere das ja ähnlich wie Konstanze: Sobald ich zum Buch greife, stelle ich mein Handy auf lautlos und zudem den Wecker, so habe ich Ruhe vor Benachrichtigungen und versacke trotzdem nicht vollständig ohne Aktualisierungspost und Kommentare. :)

    Von Tsokos habe ich noch nichts gelesen, kenne ihn aber den Namen nach. Von wem ich auch noch nichts gelesen habe ist Kathy Reichs, aber da habe ich alle 11 Staffeln von "Bones" geschaut. *g*

    Und hast Du nun mal in "Sag mal, Du als Physiker" reingehört. Ist das was für Dich?


    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Natira

      Entschuldige, ich habe ganz vergessen, Dir zu antworten. Irgendwie ist Dein Posting hier untergegangen.

      "Sag mal, Du als Physiker" ist auf jeden Fall etwas für mich. Auch wenn das nichts ist, was man so "nebenbei" hört. Dafür brauche ich Zeit und Muße. Aber die Idee und die Ausführung finde ich toll.

      Löschen
  6. Das Problem, dass ich immer mehrere Dinge gleichzeitg mache, kenne ich. Und ich merke auch, dass mir das nicht guttut und mich ziemlich stresst. Ich sollte definitiv auch öfter mal mein Handy in den Flugmodus versetzen.

    Du hattest heute ja offensichtlich sehr spannende Lektüre. Tsokos ist mir auch schon öfter untergekommen, aber bisher habe ich noch nichts von ihm gelesen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Neyasha

      Ich staune immer, dass Tsokos neben seinem eigentlichen Job und seiner Professur an der Charité Zeit zum Schreiben findet, aber vielleicht ist es auch seine Art seinen aufreibenden Beruf zu verarbeiten.

      Und das mit dem Flugmodus kann ich nur empfehlen. Ich neige ja auch dazu vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen....

      Löschen
  7. Deine Kritikpunkte an "Tuchvilla" klingeln nach einem Buch, das ich vermutlich nach dem Anlesen aussortiert hätte. Hast du es denn noch ausgelesen (oder wirst du das heute vor dem Schlafengehen noch machen)? Auf jeden Fall scheinst du den gestrigen Tag wirklich gut zum Lesen und Hören genutzt zu haben! Ich hoffe, es hat dir gut getan. :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Konstanze

      Das Ganze ist als Trilogie ausgelegt und hat zu einem großen Teil richtig gute Kritiken. Ich warte noch auf den Moment, an dem ich mich diesen anschließen kann. Also werde ich es zumindest noch auslesen, zum Weglegen ist es auch wieder nicht schlecht genug. Eher wieder rutscht es auf dem SUB nach unten, wenn mich wieder was Neues anlächelt.

      Löschen